
Aktienmarkt Schweiz
Von Redaktion aktie.com
Kernaussagen
- Die SNB hält laut Lagebeurteilung vom 19. März 2026 an ihrer expansiven Geldpolitik fest und wirkt einer raschen Franken-Aufwertung entgegen
- Die Schweizer Wirtschaft wächst 2026 mit 1,0 Prozent unterdurchschnittlich, deutlich unter dem globalen Wachstum von 3,0 Prozent
- Die Schweizer Inflationsrate steigt 2026 von 0,2 auf 0,5 Prozent, die importierte Deflation läuft aus
- Die defensive SMI-Struktur mit Roche, Novartis und Nestlé könnte nach der Tech-Rally 2026 wieder an Attraktivität gewinnen
- Die USA erwarten 2026 ein BIP-Wachstum von 1,8 Prozent, getragen von robustem Konsum und Investitionen
- Die Senkung der US-Zölle auf Schweizer Produkte hat die Aussichten für direkt betroffene Branchen verbessert
Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält laut ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung vom 19. März 2026 an einer expansiven Geldpolitik fest und wirkt einer raschen und übermässigen Aufwertung des Frankens entgegen, welche die Preisstabilität gefährden würde. Die bedingte Inflationsprognose liegt für die nächsten Quartale wegen des Anstiegs der Energiepreise höher als im Dezember, der mittelfristige Inflationsdruck hat sich aber kaum verändert.
Schweizer Wirtschaft wächst unterdurchschnittlich
Für die Schweizer Wirtschaft prognostiziert die Bundesexpertengruppe Konjunkturprognosen ein unterdurchschnittliches Wachstum von 1,0 Prozent für 2026, eine Revision nach unten von der Dezember-Prognose von 1,1 Prozent. Auch das KOF Institut und die SNB erwarten rund 1,0 Prozent BIP-Wachstum. Damit liegt die Schweiz deutlich unter dem erwarteten globalen Wirtschaftswachstum von rund 3,0 Prozent gemäss Konsensschätzungen.
Die Senkung der US-Zölle auf Schweizer Produkte hat die Aussichten für direkt betroffene Branchen und Unternehmen jedoch spürbar verbessert. Im Vergleich dazu erwarten Ökonomen für die USA ein BIP-Wachstum von etwa 1,8 Prozent, getragen von robustem Konsum und Investitionen. Europa bleibt trotz struktureller Herausforderungen stabil.
Inflation steigt moderat
Für 2026 wird ein leichter Anstieg der Jahresinflationsrate von 0,2 Prozent auf 0,5 Prozent erwartet. Ohne einen erneuten Aufwertungsschub beim Franken dürfte die importierte Deflation auslaufen. Die SNB betont, dass ihre Geldpolitik dazu beiträgt, die Inflation im Bereich der Preisstabilität zu halten und die Wirtschaftsentwicklung stützt.
Defensive SMI-Struktur als möglicher Vorteil
Der Schweizer Leitindex SMI zeichnet sich durch seine defensive Ausrichtung mit den Schwergewichten Roche, Novartis und Nestlé aus. Das Fehlen grosser Tech-Werte bremste den Index während der globalen Tech-Rally. Diese relative Schwäche könnte sich 2026 allerdings zur Stärke wandeln, wenn Anleger nach der Tech-Rallye wieder vermehrt defensive Qualitätswerte suchen.
Globales Umfeld bleibt moderat positiv
Die weltwirtschaftlichen Perspektiven für 2026 zeigen ein moderates, aber solides Bild. Schwellenländer wie Indien und China erzielen überdurchschnittliche Wachstumsraten, wenn auch mit leicht abgeschwächter Dynamik. Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz dürfte noch geringfügig ansteigen, während sich in den USA der Arbeitsmarkt abkühlt.
Die Geldpolitik der SNB bleibt ein zentraler Stützpfeiler für den Schweizer Aktienmarkt, während das moderate Wirtschaftswachstum und die niedrige Inflation ein stabiles, wenn auch nicht dynamisches Umfeld schaffen.
Quellen
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