
Aktienmarkt Schweiz
Von Redaktion aktie.com
Kernaussagen
- Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes senkte ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 1,0% (Dezember 2025: 1,1%), für 2027 werden 1,7% erwartet
- Die Jahresinflationsrate dürfte 2026 von 0,2% auf 0,5% steigen, wobei die importierte Deflation ohne Franken-Aufwertung auslaufen sollte
- Experten rechnen mit einem weiteren Zinsrückgang im Jahr 2026, was Anleihen generell zugutekommen sollte
- Bachem hält laut Basler Kantonalbank an seiner Prognose für 2026 fest, wodurch auf operativer Basis kein negativer Einfluss durch Novo Nordisk erkennbar ist
- Titlis Bergbahnen notiert Anfang 2026 mit 55 Franken auf dem höchsten Stand seit viereinhalb Jahren
Schweizer Wirtschaft wächst unterdurchschnittlich
Die Expertengruppe Konjunkturprognosen des Bundes (SECO) hat ihre Wachstumsprognose für die Schweizer Wirtschaft Anfang 2026 leicht nach unten korrigiert. Für das Gesamtjahr 2026 rechnen die Experten mit einem realen BIP-Wachstum von 1,0% – gegenüber 1,1% in der Dezemberprognose 2025. Das KOF Institut kommt zu einem ähnlichen Ergebnis und erwartet ebenfalls ein unterdurchschnittliches Wachstum von 1,0%. Erst 2027 soll die Schweizer Wirtschaft wieder an Fahrt gewinnen und um 1,7% zulegen.
Laut Raiffeisen bleibt das wirtschaftliche Umfeld 2026 verhalten: Die Schweizer Wirtschaft hebt nicht ab. Die gedämpfte Konjunktur spiegelt sich auch in der Entwicklung einzelner Wirtschaftssektoren wider, die sich deutlich schwächer präsentieren als die Leitindizes.
Inflation und Geldpolitik im Blick
Beim Preisniveau zeichnet sich eine Trendwende ab. Die Jahresinflationsrate dürfte 2026 von 0,2% auf 0,5% steigen, wie aus den Prognosen hervorgeht. Ohne einen erneuten Aufwertungsschub beim Schweizer Franken sollte die importierte Deflation – ein Phänomen, das die Schweiz in den Vorjahren prägte – im laufenden Jahr auslaufen.
Auf geldpolitischer Ebene erwarten Analysten eine Fortsetzung des Zinssenkungszyklus. Die von der Europäischen Zentralbank (EZB) befragten geldpolitischen Analysten rechneten im Vorfeld der EZB-Ratssitzung am 18./19. März 2026 nicht damit, dass die EZB ihren Leitzins auf absehbare Zeit anheben würde. Experten halten einen weiteren Zinsrückgang im Jahr 2026 für den wahrscheinlichsten Fall, was Anleihen generell zugutekommen dürfte – auch wenn Risiken und zwischenzeitliche Verluste möglich bleiben.
Aktienmarkt zeigt sich zweigeteilt
Die Schweizer Börse präsentiert sich im April 2026 in ungewöhnlicher Verfassung. Während sich die Leitindizes in der Nähe ihrer Hochs bewegen, zeigen einzelne Sektoren tiefrote Vorzeichen. Diese Diskrepanz verdeutlicht die selektive Entwicklung am Schweizer Aktienmarkt: Nicht alle Branchen profitieren gleichermaßen vom aktuellen Umfeld.
Grundsätzlich bieten Aktien langfristig attraktive Renditechancen, weisen jedoch höhere Kursschwankungen auf als Obligationen. Diese Volatilität zeigt sich 2026 besonders ausgeprägt in einzelnen Sektoren, während die breit gefassten Indizes deutlich stabiler performen.
Einzelwerte mit Potenzial
Bachem: Attraktiver Einstiegszeitpunkt
Die Basler Kantonalbank stuft Bachem als attraktiven Einstiegskandidaten ein. Bei der Präsentation der Ergebnisse für 2025 Anfang März 2026 hielt das Unternehmen an seiner bisherigen Prognose für 2026 fest. Damit zeigt sich zumindest auf operativer Basis kein negativer Einfluss durch eine Meldung von Novo Nordisk. Die Basler Kantonalbank erachtet den Zeitpunkt für einen Einstieg deshalb als noch attraktiver als zuvor.
BKW: Energiekonzern mit Fokus auf Deutschland und Schweiz
Der Schweizer Energiekonzern BKW konzentriert sich auf die Produktion, den Transport, den Handel und den Verkauf von Energie sowie auf Energielösungen. Das Unternehmen ist sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland aktiv und profitiert von der anhaltenden Nachfrage nach Infrastrukturinvestitionen im Energiesektor.
Titlis Bergbahnen: Erholung nach schwierigen Jahren
Nach vier Jahren mit rückläufigen Kursen holte der Titel der Titlis Bergbahnen 2025 deutlich auf. Anfang 2026 notiert die Aktie mit 55 Franken so hoch wie seit viereinhalb Jahren nicht mehr. Die Erholung des Tourismussektors und das sogenannte "Projekt Titlis" dürften zu dieser Entwicklung beigetragen haben.
Ausblick für Anleger
Das Umfeld für Schweizer Aktien bleibt 2026 herausfordernd. Das unterdurchschnittliche Wirtschaftswachstum von 1,0% dämpft die Gewinnerwartungen vieler Unternehmen. Gleichzeitig bieten sinkende Zinsen und eine moderate Inflation ein grundsätzlich stabiles Umfeld für risikoreichere Anlagen.
Anleger sollten die ausgeprägte Sektorendivergenz beachten: Während die Leitindizes nahe ihrer Hochs notieren, verzeichnen einzelne Branchen deutliche Verluste. Eine selektive Titelauswahl dürfte daher wichtiger sein als eine breite Marktexposition. Die genannten Einzelwerte Bachem, BKW und Titlis Bergbahnen zeigen, dass sich auch im verhaltenen Marktumfeld Chancen ergeben.
Für 2027 erwarten sowohl SECO als auch KOF eine deutliche Beschleunigung des Wirtschaftswachstums auf 1,7%. Diese Perspektive könnte bereits 2026 stützend auf die Kursentwicklung wirken, sofern sich die makroökonomischen Rahmenbedingungen nicht eintrüben.
Quellen
- Konjunkturprognosen - SECO
- Ausblick 2026: Schweizer Wirtschaft hebt nicht ab - Raiffeisen
- Unsere Schweizer Aktienfavoriten 2026 - Basler Kantonalbank
- Ausblick 2026: Was Anleger wissen müssen - AXA IM
- Schweizer Aktien Favoriten 2026 - schweizeraktien.net
- Anlageausblick 2026 - Zürcher Kantonalbank
- Börsen-Kurse und Finanznachrichten für die Schweiz - finanzen.ch
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