
Aktienmarkt Schweiz
Von Redaktion aktie.com
Kernaussagen
- Das KOF Institut (ETH Zürich) erwartet für 2026 ein sportbereinigtes reales BIP-Wachstum der Schweiz von 1,0%, für 2027 von 1,7%
- Der Schweizer Aktienmarkt wird durch defensive Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé dominiert und weist im Gegensatz zu internationalen Märkten kaum große Tech-Werte auf
- Kleinere Schweizer Unternehmen dürften 2026 von der erwarteten Erholung in der Eurozone profitieren, da sie konjunktursensitiver sind
- Die BKW soll 2026 den Gewinn dank hoher Kostendisziplin und Hedging-Aktivitäten weiter verbessern und bleibt im Peer-Vergleich günstig bewertet
- Analysten sehen für 2026 weiterhin attraktives Ertragspotenzial an globalen Aktienmärkten, wobei die Renditen voraussichtlich nicht ganz so hoch wie 2025 ausfallen dürften
Makroökonomisches Umfeld normalisiert sich
Das Jahr 2026 steht im Zeichen einer schrittweisen Normalisierung des makroökonomischen Umfelds in der Schweiz. Das KOF Institut der ETH Zürich prognostiziert für das laufende Jahr ein sportbereinigtes reales BIP-Wachstum von 1,0%, für 2027 wird eine Beschleunigung auf 1,7% erwartet. Eine separate Metaanalyse kommt mit 0,5% Wachstum für 2026 (vorherige Prognose: 0,3%) zu einer vorsichtigeren Einschätzung, sieht aber ebenfalls eine Aufwärtsdynamik.
Die Indikatoren des Verarbeitenden Gewerbes zeigen gemischte Entwicklungen, wie die Metaanalyse Konjunktur Schweiz dokumentiert. Trotz dieser Unsicherheiten gehen Marktbeobachter davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft ihre defensive Position nutzen kann.
Defensive Struktur prägt den Schweizer Aktienmarkt
Der Schweizer Aktienmarkt unterscheidet sich strukturell deutlich von internationalen Börsenplätzen. Die drei Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé dominieren die heimische Börsenlandschaft und verleihen ihr eine ausgeprägt defensive Ausrichtung. Ein weiteres Charakteristikum: Das Fehlen großer Tech-Werte hat den Schweizer Markt während der globalen Tech-Rally 2025 gebremst.
Diese relative Schwäche könnte sich 2026 jedoch zur Stärke entwickeln. In einem normalisierten Marktumfeld, in dem defensive Qualitätswerte wieder stärker gefragt sind, dürfte die Struktur des Schweizer Aktienmarkts einen Vorteil darstellen. Analysten beobachten am Schweizer Aktienmarkt zwar keine Euphorie, die Gesamtbeurteilung fällt jedoch weiterhin positiv aus.
Eurozone-Erholung bietet Chancen für KMU
Neben den großen Pharmawerten rücken kleinere Schweizer Unternehmen in den Fokus. Diese sind konjunktursensitiver und dürften 2026 von der erwarteten Erholung in der Eurozone profitieren, wie Experten der Zürcher Kantonalbank betonen. Die engere Verzahnung mit der europäischen Wirtschaft macht diese Unternehmen anfälliger für Konjunkturschwankungen, eröffnet aber auch größeres Wachstumspotenzial in einer Phase der wirtschaftlichen Erholung.
Raiffeisen-Experten legen ihren Fokus dabei auf dividendenstarke defensive Schweizer Aktien, Schweizer Immobilienfonds und Gold. Diese Strategie zielt darauf ab, von der Stabilität des heimischen Markts zu profitieren und gleichzeitig Risiken zu streuen.
BKW als Beispiel für attraktive Bewertungen
Der Berner Energiekonzern BKW gilt als eines der interessanten Anlageziele am Schweizer Markt. Die Basler Kantonalbank erwartet, dass das Unternehmen 2026 den Gewinn weiter verbessern kann – selbst ohne Normalisierung der Energiepreise. Hohe Kostendisziplin und effektive Hedging-Aktivitäten sollen diese Entwicklung ermöglichen.
Im Vergleich zu ähnlichen Unternehmen bleibt die BKW-Aktie günstig bewertet. Das Unternehmen verfügt über ein MSCI-Rating von AAA und gilt nach den Kriterien der Basler Kantonalbank als nachhaltige Anlage. Diese Kombination aus defensiver Positionierung, solider fundamentaler Basis und nachhaltiger Ausrichtung macht die Aktie für Anleger interessant, die auf Qualität und langfristige Stabilität setzen.
Moderates Ertragspotenzial für 2026
Viele Analysten sehen für 2026 weiterhin attraktives Ertragspotenzial an den globalen Aktienmärkten, wenngleich die Renditen voraussichtlich nicht ganz so hoch wie 2025 ausfallen dürften. Diese Einschätzung basiert auf der Annahme, dass sich das makroökonomische Umfeld weiter normalisiert und extreme Marktbewegungen ausbleiben.
Für Schweizer Anleger bedeutet dies eine differenzierte Betrachtung: Während die großen defensiven Werte Stabilität bieten, könnten kleinere, konjunktursensitive Titel von der erwarteten Eurozone-Erholung profitieren. Die Mischung aus beiden Segmenten dürfte entscheidend sein, um das Potenzial des Schweizer Aktienmarkts 2026 optimal zu nutzen.
Quellen
- Ausblick: Was Anleger 2026 erwarten dürfen - Vermögenszentrum
- Unsere Schweizer Aktienfavoriten 2026 - Basler Kantonalbank
- Wirtschaft und Finanzen: Was bringt uns das Jahr 2026? - BCVS
- Schweizer Aktien 2026: Top 10 Titel mit Potenzial - cash
- Metaanalyse Konjunktur Schweiz
- KOF Konjunkturprognosen - KOF Institut ETH Zürich
- Börsenjahr 2026: Ausblick und Prognosen - Blick
Artikel teilen