
Aluminium-Preis auf Vier-Jahres-Hoch: Iran-Angriffe auf Golf-Schmelzanlagen erschüttern Märkte
Von Redaktion aktie.com
Kernaussagen
- Aluminium-Futures sprangen Anfang März 2026 um 5% auf über 3.440 US-Dollar pro Tonne – höchster Stand seit vier Jahren
- Emirates Global Aluminium meldet signifikante Schäden an der Anlage in Abu Dhabi nach iranischen Vergeltungsangriffen
- Der Nahe Osten trägt rund 9% zur globalen Aluminiumproduktion bei, iranische Angriffe blockierten zudem die Strasse von Hormus
- Aluminium Bahrain hatte bereits vor den Angriffen 19% seiner Jahreskapazität von 1,6 Millionen Tonnen stillgelegt
- Im Jahresvergleich liegt der Aluminiumpreis 28,40% über dem Niveau von März 2025
- Trading Economics prognostiziert für die nächsten 12 Monate einen Preis von 3.472,04 US-Dollar pro Tonne
Aluminium-Futures im Vereinigten Königreich sprangen Anfang März 2026 um 5% auf über 3.440 US-Dollar pro Tonne und erreichten damit den höchsten Stand seit vier Jahren. Auslöser der Preisrally waren iranische Vergeltungsangriffe auf Produktionsanlagen im Nahen Osten, die erhebliche Schäden an zwei der grössten Aluminium-Schmelzanlagen der Region verursachten.
Produktionsanlagen im Golf schwer beschädigt
Emirates Global Aluminium (EGA), der grösste Aluminiumproduzent der Vereinigten Arabischen Emirate, meldete "signifikante Schäden" an seiner Anlage in Abu Dhabi. Parallel dazu evaluiert Aluminium Bahrain (Alba), Betreiber einer der weltweit grössten Einzelhütten, das Schadensausmaß an seinen Einrichtungen. Die Angriffe erfolgten als Reaktion auf vorangegangene US- und israelische Militärschläge gegen den Iran.
Zusätzlich zu den direkten Treffern verursachten Trümmer der Luftabwehr ein Feuer im Jebel Ali Hafen in Dubai, nur wenige Kilometer von EGA-Produktionsstätten entfernt. Die Eskalation führte zur Blockade der Strasse von Hormus, einer zentralen Handelsroute für regionale Aluminiumexporte.
Regionale Kapazitäten bereits vor Angriffen unter Druck
Alba hatte bereits vor den Angriffen 19% seiner Jahreskapazität von 1,6 Millionen Tonnen stillgelegt. Grund waren Versandunterbrechungen im Hormuzkanal, die den Export unmöglich machten. Der Nahe Osten trägt rund 9% zur globalen Aluminiumproduktion bei – die nun eingetretenen Ausfälle verschärfen eine ohnehin angespannte Versorgungssituation.
An der London Metal Exchange (LME) stieg der Aluminium-Kurs um 3,6% und erreichte den höchsten Stand seit Januar. Am 27. März 2026 notierte Aluminium bei 3.275,20 US-Dollar pro Tonne, ein Anstieg von 0,81% zum Vortag. Im Monatsvergleich legte der Preis um 2,53% zu, im Jahresvergleich liegt er 28,40% über dem Niveau von März 2025.
Preisentwicklung und historische Einordnung
Nach dem Sprung auf rund 3.500 US-Dollar pro Tonne Mitte März korrigierte der Preis leicht nach unten, bleibt aber deutlich über dem Niveau der Vormonate. Zum Vergleich: 2024 lag der Höchstwert bei 2.596 US-Dollar pro Tonne. Das historische Allzeithoch stammt aus dem März 2022 mit 4.103 US-Dollar, als der Russland-Ukraine-Konflikt die Rohstoffmärkte erschütterte.
Trading Economics prognostiziert für Ende des zweiten Quartals 2026 einen Preis von 3.276,80 US-Dollar pro Tonne. Die 12-Monats-Prognose liegt bei 3.472,04 US-Dollar.
Reale Einkaufspreise entkoppeln sich von Börsenkursen
Während kurze Kursrücksetzer an der LME – teils ausgelöst durch spekulatives Marktsentiment oder politische Statements – eine Entspannung suggerieren, zeigt sich in den Einkaufsabteilungen ein anderes Bild. Die tatsächlichen Angebote der Lieferanten bleiben deutlich über den Börsenkursen, da physische Verfügbarkeit und Logistikengpässe die Preise zusätzlich treiben.
Die Befürchtungen über längere Lieferunterbrechungen aus dem Nahen Osten verstärken diesen Effekt. Sollte die Blockade der Strasse von Hormus andauern, dürften die Versorgungsengpässe zunehmen und weiteren Preisdruck erzeugen.
Quellen
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