
BNB Chain plant 20.000 Transaktionen pro Sekunde bis 2026
Von Redaktion aktie.com
BNB Chain hat Ende Dezember 2025 eine technische Roadmap für das laufende Jahr vorgestellt. Im Zentrum stehen Leistungssteigerungen bei Transaktionsgeschwindigkeit und Gebührenoptimierung – ohne Abstriche bei der Netzwerkstabilität. Die Blockchain-Plattform, die eng mit der Kryptobörse Binance verbunden ist, verarbeitet täglich mehr als drei Millionen Transaktionen und beherbergt über 1.300 dezentralisierte Anwendungen.
Ehrgeizige Ziele: 20.000 Transaktionen pro Sekunde
Für 2026 strebt BNB Chain eine Verarbeitungsgeschwindigkeit von 20.000 Transaktionen pro Sekunde (TPS) an – bei gleichzeitiger Finalisierung innerhalb einer Sekunde. Zur Einordnung: Die Ethereum-Blockchain schafft aktuell rund 15 bis 30 TPS, wobei Layer-2-Lösungen deutlich höhere Werte erreichen. Das angekündigte Ziel liegt im Bereich spezialisierter Hochgeschwindigkeits-Blockchains.
Als Grundlage dient das vergangene Jahr, in dem BNB Chain nach eigenen Angaben keine Ausfallzeit verzeichnete. Solche Stabilitätsperioden sind in der Blockchain-Branche nicht selbstverständlich – mehrere Netzwerke mussten 2025 kurzzeitige Unterbrechungen hinnehmen.
Fermi Hard Fork: Blockzeiten um zwei Drittel reduziert
Ein zentraler Baustein der Roadmap ist die bereits implementierte Fermi Hard Fork. Sie verkürzt die Blockzeiten – also die Zeit zwischen zwei aufeinanderfolgenden Blöcken in der Blockchain – um 67 Prozent. Kürzere Blockzeiten bedeuten schnellere Transaktionsbestätigungen, was besonders für Handelsanwendungen relevant ist.
Die Hard Fork erfordert von allen Validatoren – den Betreibern, die Transaktionen bestätigen – ein Software-Update. Solche Netzwerk-Upgrades bergen Risiken, verliefen bei BNB Chain bislang aber ohne grössere Zwischenfälle.
Gebührensenkungen ohne Einbussen bei Validator-Erträgen
Parallel zur Geschwindigkeitssteigerung plant BNB Chain weitere Optimierungen bei den Transaktionsgebühren (Gas-Kosten). Die Herausforderung: Niedrigere Gebühren reduzieren die Einnahmen der Validatoren, die das Netzwerk absichern. BNB Chain will durch softwarebasierte Effizienzsteigerungen Gebühren senken, ohne die jährlichen Erträge (APY) der Validatoren zu schmälern.
Dieses Gleichgewicht ist wirtschaftlich heikel. Sinken die Validator-Erträge zu stark, könnte die Netzwerksicherheit leiden, da weniger Teilnehmer einen Anreiz haben, die Infrastruktur zu betreiben.
Handelsaktivität dominiert Netzwerknutzung
Die Netzwerkdaten aus 2025 zeigen, dass über die Hälfte aller Transaktionen Swaps waren – also der Tausch zwischen verschiedenen Token. Phasen mit besonders hohem Volumen fielen häufig mit Meme-Coin-Trends zusammen, bei denen spekulative Token stark gehandelt werden.
Diese Dominanz von Handelsaktivität unterscheidet BNB Chain von Ethereum, wo Smart-Contract-Anwendungen und dezentrale Finanzanwendungen (DeFi) eine breitere Palette an Transaktionstypen erzeugen. Für Anleger bedeutet dies: Die Netzwerkauslastung reagiert stark auf kurzfristige Handelstrends.
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