
Dollar-Stärke und S&P 500: Was bedeutet das für Anleger?
Von Redaktion aktie.com
Die US-Dollar-Stärke hat sich seit der Kriegserklärung der USA an den Iran im Februar 2026 deutlich verstärkt. Für Anleger mit Positionen in amerikanischen Aktien, insbesondere im S&P 500, sind die Auswirkungen dieser Entwicklung von direkter Relevanz.
Historisch positive Korrelation zum S&P 500
Die Beziehung zwischen Dollar-Stärke und S&P 500-Performance fällt komplexer aus als oft angenommen. Kurzfristig steigt der S&P 500 nur in rund 40 Prozent der Fälle, wenn der Dollar aufwertet – eine schwache positive Korrelation. Langfristig zeigt sich jedoch ein klareres Bild: Über die vergangenen drei Jahrzehnte bestand eine starke Korrelation von 0,85 zwischen dem Dollar-Index DXY und dem Verhältnis des S&P 500 zum globalen MSCI World Index.
Historische Daten seit den frühen 1970er-Jahren belegen, dass Dollar-Stärkephasen im Durchschnitt etwa zehn Jahre andauern. In diesen Phasen erzielte der S&P 500 durchschnittlich 13,2 Prozent jährlich. Während Dollar-Schwächephasen lag die durchschnittliche Rendite bei 8,1 Prozent – eine Differenz von über fünf Prozentpunkten.
Belastung für internationale Erträge
Ein starker Dollar bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich. Rund 30 Prozent der Umsätze von S&P 500-Unternehmen stammen aus dem Ausland. Bei Dollar-Aufwertung schrumpfen diese Auslandsumsätze bei der Umrechnung in US-Dollar. Etwa 40 Prozent der Gewinne im S&P 500 werden außerhalb der USA erwirtschaftet, was die Anfälligkeit gegenüber Währungsschwankungen verdeutlicht.
Für Schweizer und europäische Anleger bedeutet ein starker Dollar zweierlei: Einerseits verteuern sich US-Aktien beim Kauf in Franken oder Euro. Andererseits profitieren bestehende Dollar-Positionen von einem günstigen Wechselkurs bei der Rückumrechnung.
Einordnung für DACH-Anleger
Die aktuelle Dollar-Stärke dürfte primär auf geopolitische Faktoren zurückzuführen sein. Der Dollar gilt traditionell als sicherer Hafen in Krisenzeiten, was die Aufwertung seit Februar erklärt. Für Privatanleger im deutschsprachigen Raum mit breit diversifizierten Portfolios stellt sich die Frage nach dem Währungsrisiko: Ungesicherte US-Aktieninvestments profitieren aktuell vom starken Dollar, bergen jedoch das Risiko künftiger Abschwächung.
Die historischen Daten legen nahe, dass die Dollar-Stärkephase – sollte sie einem typischen Zyklus folgen – noch mehrere Jahre anhalten könnte. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht, zumal die geopolitische Lage unvorhersehbar bleibt.
Artikel teilen