
ETF Strategien
Von Redaktion aktie.com
Kernaussagen
- Der SPDR S&P 500 ETF (SPY) hält im April 2026 fast 8 Prozent seines Vermögens in Nvidia, Technologie-Aktien machen über ein Drittel des Portfolios aus
- Der MSCI World ETF deckt über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab, Schwellenländer fehlen jedoch trotz ihres 20-Prozent-Anteils an der Weltwirtschaft
- Nachhaltige ETFs kombinieren unterschiedliche Standards wie SRI und PAB mit Kostenquoten ab 0,18 Prozent pro Jahr
- Fondsselektoren setzen 2026 auf eine Kombination aus Core-Strategien und Satelliten-Ansätzen zur Portfolio-Diversifizierung
- Potenzielle Wachstumsthemen 2026 umfassen ETFs auf Gold, seltene Erden und Rüstung, allerdings ohne Erfolgsgarantie
Die Märkte fokussieren sich im Jahr 2026 verstärkt auf strukturelles Wachstum und langfristige Themen, nachdem die Vorjahre stark von geopolitischen Spannungen, technologischen Umbrüchen und Zinsunsicherheiten geprägt waren. Für ETF-Anleger im DACH-Raum stellt sich die Frage, welche Strategien in diesem veränderten Umfeld Erfolg versprechen.
US-Index-Fonds: Hohes KI-Exposure birgt Klumpenrisiko
Anleger mit diversifizierten US-Index-Fonds besitzen häufig einen deutlichen Schwerpunkt auf Large Caps und ein erhebliches Engagement im Bereich Künstliche Intelligenz. Der SPDR S&P 500 ETF (SPY) hält laut aktuellem Stand fast 8 Prozent seines Vermögens in Nvidia. Technologie-Aktien machen mehr als ein Drittel des Portfolios in US-Index-Fonds aus.
Diese Konzentration bedeutet: Wer einen S&P 500-ETF oder einen Gesamtmarktindex hält, ist automatisch stark in KI-Aktien investiert. Das kann Chancen bieten, birgt aber auch Klumpenrisiken. Fällt der Technologiesektor, trifft das das Gesamtportfolio überproportional.
Globale Diversifizierung: MSCI World als Basis mit Lücken
Der MSCI World ETF deckt über 1.500 Unternehmen aus 23 Industrieländern ab und bietet damit eine breite Diversifizierung über entwickelte Märkte. Allerdings fehlen Schwellenländer, die rund 20 Prozent der Weltwirtschaft darstellen. Zudem enthält der ETF ausschliesslich Aktien, keine Anleihen zur Risikostreuung.
Professionelle Fondsselektoren empfehlen daher eine Kombination verschiedener Ansätze. Sechs Experten haben ihre ETF-Favoriten für 2026 veröffentlicht und betonen dabei die Bedeutung von Core-Strategien – also breit gestreuten Basisinvestments – ergänzt durch Satelliten-Ansätze für gezielte thematische Investments.
Fünf Wege zur Portfolio-Diversifizierung 2026
Morningstar Deutschland hat fünf intelligente Wege identifiziert, wie Anleger ihre Portfolios 2026 diversifizieren können:
- Streuung über verschiedene Regionen hinweg, um die US-Dominanz zu reduzieren
- Sektorale Diversifizierung zur Vermeidung von Technologie-Klumpenrisiken
- Kombination aus Growth- und Value-Strategien
- Ergänzung von Industrieländern durch Schwellenländer-Exposure
- Integration von Anleihen-ETFs zur Risikominderung
Die Grundidee: Fonds streuen und von verschiedenen Trends profitieren, ohne sich auf einzelne Themen zu verlassen.
Thematische ETFs: Gold, seltene Erden, Rüstung
Potenzielle Wachstumsthemen, die die Märkte 2026 bewegen könnten, umfassen ETFs auf Gold, seltene Erden und Rüstung. Diese Themen-ETFs können als Satelliten-Investments dienen, um gezielt von strukturellen Trends zu profitieren. Allerdings gibt es keine Erfolgsgarantie – thematische Investments bergen höhere Risiken als breit gestreute Indexfonds.
Gold-ETFs können als Absicherung gegen Inflations- und Währungsrisiken dienen. Seltene Erden spielen eine zentrale Rolle in der Energiewende und Digitalisierung. Rüstungs-ETFs profitieren von gestiegenen Verteidigungsbudgets in Europa und anderen Regionen.
Nachhaltige ETFs: Verschiedene Standards, verschiedene Strenge
Nachhaltige ETFs folgen unterschiedlichen Standards und Filterungskriterien. Ein nachhaltiger ETF ist ein börsengehandelter Indexfonds, der Unternehmen nach ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien (ESG) auswählt oder ausschliesst. Die Strenge dieser Kriterien variiert erheblich.
Besonders strenge Ansätze kombinieren SRI (Socially Responsible Investment) mit PAB (Paris-Aligned Benchmark). Ein Beispiel hierfür bietet eine Kostenquote von 0,18 Prozent pro Jahr – ein extrem günstiger Wert für diesen Nachhaltigkeitsstandard. Der Best-in-Class-Ansatz wird dabei mit strengen CO2-Reduktionszielen kombiniert.
Anleger sollten die Nachhaltigkeitskriterien der ETFs genau prüfen und mit der eigenen Anlagestrategie abgleichen. Was als "nachhaltig" gilt, kann je nach Anbieter und Standard deutlich variieren.
Core-Satellite-Ansatz als Grundstrategie
Professionelle Fondsselektoren setzen 2026 verstärkt auf den Core-Satellite-Ansatz: Ein breit diversifizierter Kern aus MSCI World oder ähnlichen globalen Indizes bildet die Basis. Ergänzt wird dieser durch gezielte Satelliten-Investments in Themen, Regionen oder Sektoren, die Anleger besonders vielversprechend finden.
Diese Strategie ermöglicht es, von langfristigen strukturellen Trends zu profitieren, ohne die Grunddiversifizierung zu gefährden. Der Kernanteil sollte dabei 60 bis 80 Prozent des Portfolios ausmachen, die Satelliten entsprechend 20 bis 40 Prozent.
Wichtig bleibt: Auch die beste ETF-Strategie erfordert regelmässige Überprüfung und Anpassung an veränderte Marktbedingungen und die persönliche Risikotoleranz.
Quellen
Artikel teilen