
Gold ETF
Von Redaktion aktie.com
Gold ETF kaufen: Der praktische Ratgeber zu Gold-ETCs für deutsche Anleger
Ein Gold ETF bildet die Wertentwicklung des Goldpreises ab, indem ein Fonds physisches Edelmetall lagert und Anteile ausgibt. In Deutschland sind reine Gold-ETFs wegen der UCITS-Diversifikationsregel nicht handelbar.
Anleger greifen stattdessen zu Gold-ETCs, also Exchange Traded Commodities mit physischer Besicherung. Diese gelten als sicherste Variante, um in das Edelmetall zu investieren.
Was ein Gold ETF ist und wie er funktioniert
Ein Gold ETF (Exchange Traded Fund) ist ein börsengehandelter Fonds, der den Goldpreis nachbildet. Der Fonds erwirbt das Metall, lagert es im Namen der Anleger und gibt im Gegenzug Anteile aus.
Jeder Anteil steht für einen Bruchteil einer Unze. Steigt der Goldpreis, steigt der Wert des Anteils im gleichen Verhältnis.
Warum es in Deutschland keine reinen Gold-ETFs gibt
Die europäische UCITS-Regulierung schreibt eine Streuung über mehrere Bestandteile vor. Ein Indexfonds mit nur einem Rohstoff ist damit unzulässig.
Deshalb stehen deutschen Anlegern keine klassischen Gold-ETFs zur Verfügung, sondern börsengehandelte Rohstoffpapiere. In der Schweiz sind echte Gold-ETFs dagegen zugelassen.
Der Unterschied zwischen ETF und ETC
Der wichtigste Unterschied liegt in der Rechtsform. Ein börsengehandelter Indexfonds ist Sondervermögen und bei Insolvenz des Anbieters geschützt.
Ein ETC ist eine unbefristete Inhaberschuldverschreibung und damit kein Sondervermögen. Dafür trägt der Anleger ein Emittentenrisiko, das durch hinterlegtes Edelmetall abgefedert wird.
Gold-ETCs als Standard für den deutschen Markt
Exchange Traded Commodities sind die übliche Form, um hierzulande in das gelbe Metall zu investieren. Aktuell sind rund 24 dieser Papiere an deutschen Börsen verfügbar.
Die meisten sind physisch besichert. Das bedeutet: Hinter jedem Anteil steht echtes Metall, das in einem Tresor lagert.
Physische Besicherung und Verwahrung
Physisch besicherte Produkte halten Goldbarren als Deckung. Die Verwahrung erfolgt in Hochsicherheitstresoren, häufig in Frankfurt oder London.
Die Besicherung ist täglich nachvollziehbar und unterscheidet diese Papiere von synthetischen, swap-basierten Varianten ohne echtes Edelmetall.
Physisches Gold ETF mit Lieferanspruch
Ein physisches Gold ETF im engeren Sinne gibt es in Deutschland nicht, wohl aber Rohstoffpapiere mit Auslieferung. Bei diesen können Anleger sich das hinterlegte Metall ab einer Mindestmenge ausliefern lassen.
Die Auslieferung erfolgt meist als Barren oder Münze, abhängig vom Anbieter und dessen Bedingungen.
Steuerliche Vorteile durch physische Besicherung
Der zentrale Reiz physisch besicherter Produkte liegt in der Steuer. Papiere mit echtem Lieferanspruch werden steuerlich wie physisches Edelmetall behandelt.
Wer Anteile länger als ein Jahr hält, kann Kursgewinne steuerfrei vereinnahmen. Genau diese Behandlung der Kursgewinne macht solche Produkte für langfristige Anleger interessant.
Das Urteil des Bundesfinanzhof
Der Bundesfinanzhof bestätigte mit Urteil vom 16.06.2020, dass physisch hinterlegte Papiere mit Auslieferoption wie ein direkter Goldkauf gelten. Damit greift nach einem Jahr Haltedauer die Steuerfreiheit.
Für Produkte ohne Lieferanspruch gilt diese Regel des Bundesfinanzhof nicht; hier fällt die Abgeltungssteuer an. Diese rechtliche Quelle ist für die steuerliche Einordnung entscheidend.
Welche ETCs steuerlich begünstigt sind
Zu den Produkten mit Auslieferung und Steuervorteil zählen unter anderem Xetra-Gold, EUWAX Gold II, EUWAX Gold Core, WisdomTree Core Physical Gold und Gold Bullion Securities.
Vor dem Erwerb lohnt der Blick in das jeweilige Produktdatenblatt als verlässliche Quelle, denn der Lieferanspruch entscheidet über die Abgeltungssteuer.
Kosten und Gebühren im Blick
Die laufenden Gebühren beeinflussen die Rendite über Jahre spürbar. Die Gesamtkostenquote, also die TER, deckt Versicherung, Lagerhaltung und Management ab.
Bei börsengehandelten Goldpapieren liegt sie zwischen 0,00 % und 0,99 % pro Jahr.
Gesamtkostenquote und Produktkosten
- Günstigste Produkte (0,00 % p. a.): EUWAX Gold, EUWAX Gold II, Xetra-Gold, boerse.de Gold ETC
- Teuerstes Papier: BNPP Gold ETC mit 0,99 % p. a., swap-basiert
- Typische Spanne der Produktkosten: 0,00 % bis rund 0,40 % bei physischen Varianten
Eine niedrige Gesamtkostenquote ist über die Haltedauer ein echter Hebel. Selbst kleine Unterschiede summieren sich durch den Zinseszinseffekt zu deutlichen Beträgen.
Spread und Liquidität an der Börse
Neben der TER zählt der Spread, also die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Liquide Papiere mit hohem Handelsvolumen haben enge Spreads.
Achten Sie auf das Fondsvolumen: Große Produkte handeln meist günstiger und stabiler.
Die großen Anbieter im Überblick
Am Markt dominieren wenige große Anbieter mit hohem Fondsvolumen. Größe bedeutet hier Liquidität, enge Spreads und stabile Verwahrung.
Die folgenden Produkte führen die Rangliste nach verwaltetem Vermögen an.
iShares Physical Gold ETC und weitere Schwergewichte
- iShares Physical Gold ETC: rund 29.421 Mio. EUR Fondsvolumen
- Invesco Physical Gold ETC: rund 23.564 Mio. EUR
- Xetra-Gold: rund 20.186 Mio. EUR
Der iShares Physical Gold ETC ist das volumenstärkste Produkt seiner Art in Europa. Der Invesco Physical Gold ETC folgt knapp dahinter.
Beide sind physisch besichert und gut handelbar. Wer einen klaren Schwerpunkt auf Liquidität legt, findet hier eine solide Auswahl.
XETRA Gold als deutscher Klassiker
Xetra-Gold ist hierzulande besonders bekannt. Das Produkt verbrieft einen Anspruch auf ein Gramm Edelmetall pro Anteil und bietet eine physische Auslieferung.
XETRA Gold wird an der Frankfurter Börse gehandelt und gehört zu den günstigsten Optionen mit 0,00 % Verwaltungsvergütung.
Handel über die Börse Stuttgart
Viele dieser Rohstoffpapiere lassen sich über die Börse Stuttgart handeln. Die EUWAX-Produkte etwa stammen aus diesem Umfeld und bieten einen Lieferanspruch auf das Metall.
Der Handel über die Börse Stuttgart ist transparent und für Privatanleger gut zugänglich.
Wertentwicklung und Rendite eines Gold ETF
Gold gilt als sicherer Hafen und Schutz gegen Inflation. Gerade in Phasen hoher Inflation suchen Anleger verstärkt nach Sachwerten.
Die jüngste Wertentwicklung war stark: 2025 brach der Goldpreis 53 Mal neue Rekorde und lieferte die beste Performance seit 1979.
Aktuelle Zahlen zur Wertentwicklung
- Beste 1-Jahres-Rendite: EUWAX Gold II mit +35,46 %, EUWAX Gold mit +35,44 %
- 3-Jahres-Renditen: rund +110 % bis +114 %
- Wertentwicklung 2026 (per 31.05.): +4,27 %
- Spotpreis Anfang 2026: rund 4.059 USD pro Unze
Diese starke Entwicklung des Goldpreises lockte Anleger weltweit an. 2025 flossen global rund 89 Milliarden US-Dollar in physisch besicherte Gold-ETFs, ein Rekordwert.
Allein die hinterlegte Goldmenge der großen europäischen Anbieter umfasst inzwischen mehrere hundert Tonnen Goldbarren in den Tresoren. Solche Gewinne über drei Jahre sind historisch eher die Ausnahme als die Regel.
Realistische Erwartungen an die Rendite
Über lange Zeiträume hat das Edelmetall weniger Rendite gebracht als breit gestreute Aktien. Es zahlt keine Dividenden und keine Zinsen.
Seine Aufgabe ist die Diversifikation und die Reduktion von Schwankungen, nicht der maximale Vermögenszuwachs. Als Investition zur Absicherung erfüllt es diesen Zweck zuverlässig.
Gold-ETCs per Sparplan aufbauen
Viele Online-Broker bieten ETF-Sparpläne auf Goldpapiere an. Mit solchen ETF-Sparplänen lässt sich ein Goldanteil schrittweise und ohne großen Einmalbetrag aufbauen.
Welche ETF-Sparpläne verfügbar sind, bestimmt die jeweilige Bank.
So funktionieren die ETF-Sparpläne
Bei einem ETF-Sparplan kaufen Sie in festen Intervallen Anteile für einen festen Betrag. Diese ETF-Sparpläne glätten den Einstiegszeitpunkt und nutzen den Durchschnittskosteneffekt.
Schon kleine Raten sind möglich, oft ab 25 Euro pro Ausführung.
Sparplan oder Einmalkauf
Ein Sparplan eignet sich für den kontinuierlichen Aufbau über Jahre. Der Einmalerwerb passt, wenn ein größerer Betrag verfügbar ist.
Beide Optionen lassen sich kombinieren. Viele Anleger starten mit ETF-Sparplänen und stocken bei Rücksetzern gezielt auf.
Gold ETF Vergleich: Worauf es beim Erwerb ankommt
Ein sauberer Gold ETF Vergleich beginnt bei vier Faktoren: Kosten, Liquidität, Besicherung und Auslieferung. Wer diese Faktoren prüft, findet zuverlässig das passende Papier für das eigene Depot.
Die vier Auswahlkriterien
- Gesamtkostenquote: möglichst niedrig, idealerweise unter 0,30 % p. a.
- Liquidität und Spread: hohes Fondsvolumen, enge Handelsspanne
- Physische Besicherung: echtes Metall im Tresor statt Swap-Konstruktion
- Lieferanspruch: ermöglicht die steuerfreie Behandlung nach einem Jahr
Tabelle als Entscheidungshilfe
Eine kompakte Tabelle hilft beim direkten Gegenüberstellen. Tragen Sie für jeden Kandidaten TER, Fondsvolumen, Besicherung und Lieferanspruch ein.
So zeigt die Tabelle auf einen Blick, welches Papier für Sie der beste gold etf im jeweiligen Segment ist.
Den besten Gold ETF finden
Der beste gold etf hängt vom Ziel ab. Wer Steuervorteile nutzen will, wählt ein physisch besichertes Produkt mit Auslieferung.
Wer auf Kosten achtet, greift zu einem Papier mit 0,00 % Verwaltungsvergütung. Eine gut durchdachte Anlage kombiniert beides.
Gold-ETCs versus Goldminenaktien
Neben den besprochenen Rohstoffpapieren gibt es Goldminenaktien als Investment. Goldminenaktien sind Anteile an Förderunternehmen und reagieren oft stärker auf den Goldpreis als das Metall selbst.
Sie tragen zusätzliche Unternehmens- und Aktienrisiken.
Chancen und Risiken im Vergleich
Goldminenaktien können in Aufwärtsphasen überdurchschnittlich zulegen. Sie schwanken aber heftiger und sind von Förderkosten, Management und Verschuldung abhängig.
Wer reinen Schutz und ein direktes Goldengagement sucht, ist mit physischen Rohstoffpapieren meist besser bedient.
Risiken und Währungsrisiko verstehen
Auch eine vermeintlich sichere Investition in das gelbe Metall birgt Risiken. Der Goldpreis schwankt, und längere Stagnationsphasen sind möglich.
Bei diesen Papieren kommt das Emittentenrisiko hinzu, das die physische Besicherung deutlich begrenzt.
Währungsrisiko bei US-Dollar-Produkten
Das Metall wird in US-Dollar gehandelt. Damit besteht ein Währungsrisiko, wenn der Euro gegenüber dem Dollar aufwertet.
Es gibt währungsgesicherte Euro-Varianten mit täglicher Absicherung, die dieses Risiko reduzieren, dafür aber zusätzliche Kosten verursachen.
Wie viel Gold ins Portfolio gehört
Eine bewährte Regel begrenzt den Goldanteil auf höchstens 10 % des Vermögens. Unser Ratgeber rät zur strategischen Allokation: Das Edelmetall ergänzt Aktien und Anleihen, ersetzt sie aber nicht.
So bleibt das Portfolio ausgewogen und die Diversifikation wirkt.
Gold ETC kaufen: Schritt für Schritt
Wer ein solches Rohstoffpapier erwerben möchte, braucht ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Der Ablauf ist unkompliziert und mit dem Handel anderer Wertpapiere identisch.
Vom Depot bis zur Order
- Depot eröffnen: bei einem Broker mit Zugang zu Gold-ETFs und Rohstoffpapieren
- Produkt auswählen: per Gold ETF Vergleich nach Kosten und Besicherung filtern
- Order platzieren: als Einmalanlage oder über einen ETF-Sparplan
- Bestand prüfen: Wertentwicklung und Spread regelmäßig im Blick behalten
Diese vier Schritte machen die Investition planbar. Achten Sie auf die Handelszeiten der Börse, denn enge Spreads gibt es vor allem während der Haupthandelsphase.
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Häufige Fragen zu Gold-ETFs
Sind Gold-ETFs in Deutschland erlaubt?
Reine Gold-ETFs sind wegen der UCITS-Regel nicht handelbar. Stattdessen nutzen Anleger börsengehandelte Rohstoffpapiere, die wirtschaftlich denselben Zweck erfüllen.
Welcher ETC bietet eine Auslieferung?
Produkte wie Xetra-Gold oder EUWAX Gold II ermöglichen eine physische Auslieferung. Die Auslieferung ist Voraussetzung für die steuerfreie Behandlung der Gewinne nach einem Jahr.
Lohnt sich ein Gold-Sparplan?
ETF-Sparpläne eignen sich für den langfristigen, disziplinierten Aufbau. Sie glätten den Einstieg und passen gut als Beimischung neben Aktien und Fonds im Depot.
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