
Halbleiter-Zulieferer unter Druck: Kursverluste bei NVIDIA-Partnern
Von Redaktion aktie.com
Am Dienstag haben mehrere Halbleiter-Zulieferer deutliche Kursverluste verzeichnet. Betroffen waren unter anderem Amtech, Magnachip, Monolithic Power Systems, Allegro MicroSystems sowie Kulicke and Soffa. Als Auslöser gelten geopolitische Spannungen im Iran-Konflikt, die kritische Lieferketten bedrohen.
Halbleiterbranche unter Druck
Kulicke and Soffa, ein Hersteller von Produktionsausrüstung für Halbleiter, verlor im Nachmittagshandel 5,7 Prozent. Das Unternehmen wurde von einer breiteren Verkaufswelle erfasst, nachdem Befürchtungen über einen globalen Energiepreisschock aufkamen. Auch der südkoreanische Aktienmarkt geriet unter Druck, was die Stimmung im Halbleitersektor zusätzlich belastete.
Allegro MicroSystems zeigte sich ebenfalls volatil. Die Aktie weist ohnehin eine hohe Schwankungsbreite auf – im vergangenen Jahr gab es 28 Handelstage mit Kursbewegungen von über 5 Prozent. Erst zwei Tage zuvor war die Aktie bereits um 4,8 Prozent gefallen, nachdem negative Nachrichten von einem Rechenzentrum-Unternehmen und der Verkauf von NVIDIA-Aktien durch einen Grossinvestor für Verunsicherung sorgten.
NVIDIA-Lieferkette im Wandel
Die Kursrückgänge fallen in eine Phase grundlegender Verschiebungen in der NVIDIA-Lieferkette. NVIDIA ist als führender Hersteller von KI-Chips ein zentraler Abnehmer für viele der betroffenen Unternehmen. Besonders relevant: Die Chips von NVIDIA kosten zwar rund 100'000 Dollar pro Stück, doch die Verbindungselemente und Zusatzkomponenten, die für deren Funktionsfähigkeit notwendig sind, schlagen noch teurer zu Buche.
Monolithic Power Systems befindet sich derzeit in einer schwierigen Position. Das Unternehmen verlagert seinen Schwerpunkt auf die Lieferung von integrierten Basis-Controllern, eine Rolle, die zuvor Delta Electronics innehatte. Gleichzeitig deuten Analysen von Edgewater Research darauf hin, dass Probleme mit Spannungsreglern und Power-Management-ICs von Monolithic Power die Rolle des Unternehmens in der Produktion von NVIDIAs Blackwell-Chips "wahrscheinlich stark einschränken oder eliminieren" könnten.
Neue Akteure, alte Risiken
Parallel dazu haben Texas Instruments und Infineon ihre Positionen als neue Zulieferer für NVIDIA ausgebaut. Diese Verschiebungen verdeutlichen, wie dynamisch und gleichzeitig anfällig die Halbleiter-Lieferkette ist.
Ein besonders drastisches Beispiel für die Risiken in diesem Sektor liefert Magnachip: Anleger, die vor fünf Jahren 1'000 Dollar in die Aktie investiert hatten, sässen heute auf einem Restbetrag von lediglich 107,81 Dollar – ein Wertverlust von über 89 Prozent.
Für Privatanleger zeigt sich einmal mehr: Die Halbleiterbranche bietet erhebliche Chancen, ist aber auch extrem volatil. Geopolitische Risiken, Verschiebungen in Lieferketten und die Abhängigkeit von wenigen Grossabnehmern wie NVIDIA machen Einzelinvestments in diesem Sektor zu einem hochspekulativen Unterfangen.
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