
Internet-Aktien unter Druck: Alphabet und Meta empfohlen, Amazon gemieden
Von Redaktion aktie.com
Der Internet-Aktien-Sektor steht unter Druck: In den vergangenen sechs Monaten verlor die Branche knapp 30 Prozent an Wert – ein deutlich stärkerer Rückgang als beim S&P 500, der im selben Zeitraum um 5,5 Prozent nachgab. Während säkulare Trends wie Online-Shopping und soziale Medien das Segment langfristig antreiben, setzt die Kaufkraft der Konsumenten den Unternehmen kurzfristig zu.
In diesem Umfeld empfehlen mehrere Analysten zwei Internet-Aktien zur näheren Prüfung: Cipher Mining (CIFR) und Bitfarms (BITF). Beide Unternehmen werden als Firmen mit "dauerhaften Wettbewerbsvorteilen" eingestuft, wobei die verfügbaren Analysen allerdings wenig konkrete Details zu diesen Empfehlungen liefern.
Alphabet und Meta im Fokus institutioneller Investoren
JP Morgan setzte in seiner Liste der Top-Internet-Aktien für 2026 auf Alphabet (GOOGL). Die Google-Mutter zeigt solide Fundamentaldaten: Umsatzwachstum und steigende Gewinnmargen treiben den Gewinn je Aktie voran. Zusammen mit Aktienrückkäufen führte dies langfristig zu einer markanten Expansion des Gewinns pro Aktie. Bei einem aktuellen Kurs von 280,70 US-Dollar liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Zukunftsgewinne bei 26,5. Von 34 Analysten empfehlen 27 den Kauf, sieben bleiben neutral. Das durchschnittliche Kursziel von 327,42 US-Dollar impliziert allerdings nur ein begrenztes Aufwärtspotenzial von rund 4 Prozent – wobei Analysten betonen, dass solche Phasen bei Alphabet oft Kurszielen nach oben weichen, wenn die Geschäftsergebnisse überzeugen.
Auch Meta Platforms (META) findet sich auf Empfehlungslisten, etwa von Wolfe-Analysten, die das soziale Netzwerk gemeinsam mit Amazon zu den interessantesten Internet-Aktien zählen.
Amazon: Trotz Stärke nicht überall empfohlen
Bemerkenswert ist, dass ausgerechnet Amazon (AMZN) – der weltweit grösste Online-Händler und Cloud-Anbieter – von einigen Analysten aktuell gemieden wird. Das von Jeff Bezos gegründete Unternehmen erzielte 2025 einen Nettoumsatz von 717 Milliarden US-Dollar. Trotz dieser beeindruckenden Grösse und einer massiven Marktkapitalisierung scheint die Bewertung einigen Analysten nicht attraktiv genug. Ende 2022 galt die Aktie noch als günstig bewertet – diese Phase scheint vorüber.
Einordnung für Anleger
Die unterschiedlichen Empfehlungen zeigen: Auch innerhalb des gebeutelten Internet-Sektors gibt es keine Einheitsmeinung. Während grosse Tech-Konzerne wie Alphabet und Meta weiterhin institutionelles Vertrauen geniessen, suchen einige Analysten gezielt nach kleineren Werten mit spezifischen Wettbewerbsvorteilen. Für Privatanleger im DACH-Raum bedeutet dies: Eine sorgfältige Einzeltitelauswahl bleibt entscheidend – pauschale Sektor-Investments dürften in diesem volatilen Umfeld kaum überzeugen.
Artikel teilen