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Iran-Krieg beendet: Welche Aktien jetzt vom Friedensschluss profitieren
Märkte2. Mai 2026· 4 Min. Lesezeit

Iran-Krieg beendet: Welche Aktien jetzt vom Friedensschluss profitieren

Von Redaktion aktie.com

Zusammenfassung

Nach der im Juni 2025 verkündeten Waffenruhe zwischen den USA und Iran zeigen die Märkte klare Gewinner: Der DAX legte um fast fünf Prozent zu, während der Ölpreis deutlich unter 100 Dollar sank. Morgan Stanley und UBS identifizieren Konsum-, Finanz-, Industrie-, Reise- und Logistikaktien als Hauptprofiteure, während Rüstungs- und Energiewerte verlieren.

Kernaussagen

  • Der DAX stieg nach der Waffenruhe-Ankündigung im Juni 2025 um fast fünf Prozent
  • Der WTI-Ölpreis fiel durch die Entspannung deutlich unter 100 Dollar
  • Morgan Stanley identifiziert Konsum-, Finanzwerte und Industrieaktien als Hauptgewinner der Friedensentwicklung
  • UBS sieht Reise-, Konsum- und Logistikaktien als Kurstreiber, während Rüstungs- und Energiewerte verlieren könnten
  • Die Waffenruhe trat im Juni 2025 in Kraft, weitere Friedensgespräche werden im Mai 2026 erwogen
  • Die Sperrung der Straße von Hormus hatte zuvor ein Börsenbeben ausgelöst
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Die im Juni 2025 verkündete Waffenruhe zwischen den USA und Iran sorgt weiterhin für Bewegung an den globalen Finanzmärkten. Nach einer Phase erheblicher Unsicherheit, die durch die Sperrung der Straße von Hormus und einem darauf folgenden Börsenbeben gekennzeichnet war, zeichnet sich nun eine klare Neuordnung der Gewinner- und Verlierer-Sektoren ab.

Wie die Märkte auf die Waffenruhe reagierten

Die Ankündigung der Waffenruhe im Juni 2025 trieb die US-Börsen zwei Tage in Folge auf Rekordhochs. Der DAX legte spürbar zu und verzeichnete einen Anstieg von fast fünf Prozent. Diese deutliche Erholung zeigt, wie stark die Märkte unter der vorangegangenen Unsicherheit gelitten hatten.

Besonders auffällig entwickelte sich der Ölmarkt: Der WTI-Ölpreis, der während der Krise durch die Sperrung der Straße von Hormus massiv unter Druck stand, fiel nach der Entspannung deutlich unter 100 Dollar. Diese Entwicklung reduziert potenzielle konjunkturelle Schäden, die durch dauerhaft höhere Energiepreise entstanden wären.

Von Ende Dezember 2025 bis Januar 2026 kam es im Iran zu Massendemonstrationen und Streiks, ausgelöst durch die anhaltende Wirtschaftskrise und weit verbreitete Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Trotz dieser innenpolitischen Spannungen erwägen die USA und der Iran weitere Friedensgespräche, was die Hoffnung auf eine länger andauernde Stabilisierung am Persischen Golf verstärkt.

Diese Sektoren profitieren vom Friedensschluss

Konsumwerte: Von Normalität und Planbarkeit

Morgan Stanley benennt Konsumwerte als einen der Hauptgewinner der neuen Lage. Diese Sektoren springen sofort an, sobald aus Unsicherheit wieder berechenbare Normalität wird. Konsumaktien leiden besonders unter geopolitischen Krisen, da Verbraucher in unsicheren Zeiten ihr Ausgabeverhalten drosseln. Die Rückkehr zu stabilen Verhältnissen lässt Umsätze und Gewinnmargen wieder steigen.

Reise- und Logistikaktien: Freie Handelswege als Kurstreiber

UBS identifiziert Reise- und Logistikaktien als zentrale Profiteure im Friedensfall. Die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen transportiert werden, war während des Konflikts gesperrt und löste ein Börsenbeben aus. Ihre Wiedereröffnung ermöglicht nun einen reibungslosen Warenverkehr und reduziert Transportkosten erheblich.

Fluggesellschaften, Kreuzfahrtanbieter und Logistikunternehmen profitieren doppelt: Einerseits durch sinkende Treibstoffkosten aufgrund des gefallenen Ölpreises, andererseits durch steigende Nachfrage, da Reisende wieder Ziele im Nahen Osten ansteuern.

Finanzwerte und Industrieaktien: Zykliker im Aufwind

Morgan Stanley setzt auf Finanzwerte und Industrieaktien – klassische zyklische Sektoren, die von wirtschaftlicher Stabilität und wachsendem Vertrauen profitieren. Banken verzeichnen steigende Kreditvergaben, wenn Unternehmen wieder investieren. Industriekonzerne erhalten Aufträge, die während der Krise auf Eis lagen.

Verlierer der neuen Ordnung: Rüstung und Energie

Die UBS-Analyse macht deutlich: Rüstungs- und Energiewerte könnten verlieren. Während der Konfliktphase profitierten US-Rüstungsaktien, darunter kleinere Zulieferer wie Astronics, ISSC und V2X, von steigenden Verteidigungsbudgets. Mit der Entspannung sinkt die Dringlichkeit für Militärausgaben.

Energiewerte leiden unter dem gefallenen Ölpreis. Was für die Gesamtwirtschaft positiv ist – niedrigere Energiekosten – schmälert die Gewinnmargen von Ölkonzernen und Explorationsunternehmen. Der WTI-Ölpreis unter 100 Dollar signalisiert ein Ende der kriegsbedingten Risikoprämie.

Sanktionserleichterung als zusätzlicher Impulsgeber

Das Atomabkommen JCPOA (Joint Comprehensive Plan of Action) führte bereits in der Vergangenheit zur Aufhebung oder zumindest erheblichen Lockerung vieler restriktiver Maßnahmen gegen den Iran. UN-Sanktionen wurden aufgehoben, EU-Sanktionen im Zusammenhang mit dem Nuklearprogramm suspendiert und ein Teil der US-Sanktionen gelockert.

Eine erneute Sanktionserleichterung würde europäischen Unternehmen den Zugang zum iranischen Markt mit rund 85 Millionen Einwohnern ermöglichen. Besonders Maschinenbau, Chemie und Automobilzulieferer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz könnten von dieser Öffnung profitieren.

Ausblick: Normalität als neues Narrativ

Die Entspannung am Persischen Golf markiert eine Zäsur für die globalen Märkte. Morgan Stanley formuliert die neue Marktlogik prägnant: Sektoren, die von berechenbarer Normalität leben, ersetzen Krisengewinner. Die Verschiebung von Rüstungs- und Energiewerten hin zu Konsum, Reise und Logistik spiegelt diese Neuausrichtung wider.

Anleger im DACH-Raum sollten beachten: Die genannten Sektoren reagieren sensibel auf geopolitische Rückschläge. Sollten die Friedensgespräche scheitern oder neue Spannungen entstehen, könnte die aktuelle Rallye schnell enden. Eine breite Diversifikation über verschiedene Anlageklassen und Regionen bleibt daher zentral.

Die fast fünfprozentige DAX-Rallye nach der Waffenruhe-Ankündigung zeigt das enorme Potenzial einer dauerhaften Entspannung. Ob diese Entwicklung nachhaltig ist, hängt von den weiteren Friedensgesprächen und der innenpolitischen Stabilisierung im Iran ab. Die Massendemonstrationen von Ende 2025 bis Januar 2026 verdeutlichen, dass wirtschaftliche Erholung und politische Stabilität Hand in Hand gehen müssen.

Quellen

  • Börse: Diese 15 Aktien und ETFs profitieren von der Waffenruhe im Iran-Krieg
  • Welche Börsen durch den Iran-Krieg am stärksten getroffen werden
  • Aktienmarkt USA: Einigung mit Iran rückt ins Blickfeld
  • Irankrieg 2026 – Wikipedia
  • Diese Aktien könnten nach einem Iran-Frieden steigen
  • Iran-Krieg: Diese 11 Aktien sind die Gewinner der neuen Lage

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