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Iran-Krise treibt LNG-Preise: Welche Rohstoff-Aktien profitieren jetzt?
Rohstoffe2. April 2026· 4 Min. Lesezeit

Iran-Krise treibt LNG-Preise: Welche Rohstoff-Aktien profitieren jetzt?

Von Redaktion aktie.com

Zusammenfassung

Die Eskalation im Iran bedroht 20 Prozent des globalen Öl- und LNG-Handels durch die Straße von Hormus. Goldman Sachs rechnet mit Ölpreisen von durchschnittlich 110 Dollar je Barrel für März und April 2026. Hauptnutznießer sind US-amerikanische LNG-Exporteure wie Cheniere Energy und Venture Global sowie der australische Konzern Woodside Energy, die von der erhöhten Nachfrage nach alternativen Lieferquellen profitieren.

Kernaussagen

  • Durch die Straße von Hormus verkehren normalerweise 20 Prozent des globalen Öl- und LNG-Handels (Quelle: IEA, März 2026)
  • Goldman Sachs rechnet für März und April 2026 mit durchschnittlich 110 US-Dollar je Barrel Brent-Öl, in einem schweren Störungsszenario bis zu 135 Dollar
  • Die IEA schätzt potenzielle Verluste der Ölproduktion im Nahen Osten auf 11 Millionen Barrel pro Tag
  • Cheniere Energy als größter US-LNG-Exporteur verzeichnete zum Wochenauftang kräftige Tagesgewinne
  • JPMorgan erwartet verstärkte Investitionen in LNG-Infrastruktur und Netzmodernisierung zur Unabhängigkeit von instabilen Regionen
  • Goldman Sachs hob die Prognose für Brent-Öl 2026 von 77 auf 85 US-Dollar an

Die militärische Eskalation im Iran versetzt die globalen Energiemärkte in Alarmbereitschaft. Die strategisch bedeutsame Straße von Hormus – eine Meerenge zwischen Iran und Oman – steht im Zentrum der Aufmerksamkeit. Durch diese Passage fließen nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) rund 20 Prozent des weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Handels (LNG). Eine Unterbrechung dieser Lieferroute hätte unmittelbare Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit und Preisgestaltung in Europa und Asien.

IEA warnt vor historischer Energiekrise

Die Internationale Energieagentur sprach Mitte März 2026 von einer potenziellen Energiekrise, deren Auswirkungen jene der Ölkrisen der 1970er-Jahre übertreffen könnten. Die Behörde rechnet mit Verlusten der Ölproduktion im Nahen Osten von schätzungsweise 11 Millionen Barrel pro Tag. Diese Einschätzung basiert auf der Annahme, dass die Förderung und der Transport in der Region erheblich beeinträchtigt werden.

Goldman Sachs reagierte mit einer deutlichen Anpassung seiner Prognosen. Die Investmentbank hob ihre Erwartung für die Ölsorte Brent 2026 von ursprünglich 77 auf 85 US-Dollar je Barrel an. Für die unmittelbare Krisenphase in März und April 2026 kalkuliert Goldman Sachs mit einem Durchschnittspreis von 110 US-Dollar je Barrel. In einem schweren Störungsszenario – etwa bei einer vollständigen Blockade der Straße von Hormus – hält die Bank sogar 135 US-Dollar pro Barrel für möglich.

Welche Unternehmen profitieren von steigenden LNG-Preisen?

Flüssigerdgas entwickelt sich zum zentralen Gewinner der Krise. LNG – verflüssigtes Erdgas, das bei minus 162 Grad Celsius transportiert wird – ermöglicht den globalen Handel unabhängig von Pipelines. Während nahöstliche Lieferungen unsicher werden, steigt die Nachfrage nach alternativen Bezugsquellen sprunghaft an.

Cheniere Energy: Marktführer aus den USA

Cheniere Energy, der größte LNG-Exporteur der USA, verzeichnete zum Wochenauftang kräftige Tagesgewinne. Das in Houston ansässige Unternehmen betreibt Verflüssigungsanlagen an der US-Golfküste und liefert LNG nach Europa und Asien. Die geopolitischen Spannungen stärken die Position amerikanischer Exporteure, die als politisch stabile Alternative zu nahöstlichen Lieferanten gelten.

Venture Global: Aufstrebender Wettbewerber

Venture Global, ebenfalls ein führender US-amerikanischer LNG-Exporteur, profitiert von den gestiegenen Preisen und erhöhten Nachfragen. Das Unternehmen expandiert seine Exportkapazitäten und hat langfristige Lieferverträge mit europäischen und asiatischen Abnehmern geschlossen. Die aktuelle Krise dürfte die Verhandlungsposition für neue Verträge verbessern.

Woodside Energy: Australiens Energiekonzern

Der australische Energiekonzern Woodside Energy verzeichnete zum Wochenbeginn ebenfalls deutliche Kursgewinne. Australien gehört zu den weltweit größten LNG-Exporteuren und verfügt über umfangreiche Förder- und Verflüssigungskapazitäten. Die geografische Nähe zu den asiatischen Wachstumsmärkten verschafft Woodside einen strukturellen Vorteil gegenüber transatlantischen Lieferungen.

Strukturwandel der Energieversorgung

JPMorgan erwartet als Folge der Iran-Krise verstärkte Investitionen in die Modernisierung der eigenen Netze und in LNG-Infrastruktur, um Unabhängigkeit von instabilen Regionen zu erreichen. Diese strategische Neuausrichtung dürfte über Jahre hinweg Kapital in den Ausbau von Importterminals, Speicheranlagen und Verteilnetzen lenken.

Die Investmentbank identifiziert zudem Edelmetalle als Gewinner, die von der erhöhten Nachfrage nach sicheren Anlagen profitieren werden. Gold und Silber entwickeln sich in Krisenzeiten traditionell zu Zufluchtsorten für Kapital, das aus volatilen Aktienmärkten abgezogen wird.

Fossile Energieträger im Spannungsfeld

Der Energiesektor bewegt sich in einem Umfeld mit sich verändernden Randfaktoren, die über Nachfrage und Preise gesteuert werden. Die aktuelle Krise verdeutlicht die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern trotz des globalen Trends zur Dekarbonisierung. Unternehmen wie TotalEnergies, die frühzeitig in LNG und erneuerbare Energien investiert haben, könnten von dieser Dualität profitieren.

Die zentrale Frage für Anleger richtet sich darauf, welche Segmente 2026 von nachhaltigen Treibern profitieren und wo es sich um temporäre Impulse handelt. LNG-Infrastruktur dürfte aufgrund langfristiger Lieferverträge und strategischer Bedeutung zu den strukturellen Gewinnern zählen. Reine Öl-Produzenten hingegen unterliegen stärkeren zyklischen Schwankungen und politischen Risiken.

Weitere Gas-Aktien im Blickfeld

Neben den genannten LNG-Spezialisten umfasst die Liste bekannter Gas-Aktien Enbridge, BP, Shell, Kinder Morgan und Equinor. Diese Unternehmen sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette aktiv – von Förderung über Transport bis zur Vermarktung. Ein Investment in den Rohstoff Gas ist indirekt über Aktien dieser etablierten Konzerne möglich, wobei die Geschäftsmodelle unterschiedlich stark auf LNG-Export ausgerichtet sind.

Enbridge und Kinder Morgan fokussieren sich primär auf Pipeline-Infrastruktur in Nordamerika, während BP, Shell und Equinor als integrierte Energiekonzerne sowohl in Öl als auch Gas aktiv sind. Die Gewichtung des LNG-Geschäfts variiert erheblich und bestimmt die Sensitivität gegenüber den aktuellen Preisentwicklungen.

Risiken und Unsicherheiten

Die Prognosen für Energiepreise basieren auf Annahmen zur weiteren Eskalation im Iran und zur Verfügbarkeit der Straße von Hormus. Eine diplomatische Lösung oder militärische Deeskalation könnte die Preise rasch wieder sinken lassen. Anleger sollten berücksichtigen, dass krisenbedingte Gewinne bei Rohstoff-Aktien häufig temporärer Natur sind.

Zudem reagieren LNG-Märkte verzögert auf Angebotsstörungen, da langfristige Lieferverträge einen Teil der Nachfrage absichern. Spot-Preise für kurzfristige Lieferungen dürften deutlich stärker steigen als vertraglich gebundene Volumen. Die Geschäftsmodelle der LNG-Exporteure unterscheiden sich in der Balance zwischen langfristigen Verträgen und Spot-Markt-Exposition.

Quellen

  • Der Iran-Krieg und seine Auswirkungen - JPMorgan identifiziert Gewinner- und Verlierer-Aktien | finanzen.net
  • Börsengewinner: Welche Aktien der Iran-Krieg nach oben treibt
  • Iran-Krieg: Was für die Weltwirtschaft auf dem Spiel steht und was Anleger wissen sollten | heise online
  • Energie- und Rohstoffwerte 2026 – welche Segmente weiter Rückenwind haben
  • Gas Aktien: Erdgas- und LNG-Unternehmen im Überblick

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