
Merck KGaA: Quartalszahlen am 30. April – Sparmaßnahmen im Fokus
Von Redaktion aktie.com
Der deutsche Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA wird am 30. April 2026 seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vorlegen. Das Unternehmen aus Darmstadt lädt Investoren um 15:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit zur Telefonkonferenz, in der Vorstand und Finanzabteilung die Geschäftsentwicklung erläutern werden. Für die Medien ist eine separate Pressekonferenz am 13. Mai um 7:00 Uhr CET angesetzt.
Verhaltene Erwartungen für 2026
Die Rahmenbedingungen für das laufende Geschäftsjahr sind anspruchsvoll. Merck hat für 2026 einen Konzernumsatz zwischen 20,0 und 21,1 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Organisch – also bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen – entspricht dies einem Wachstum von minus einem bis plus zwei Prozent. Beim operativen Ergebnis (EBITDA pre) rechnet das Management mit 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro, was organisch sogar einen Rückgang von bis zu vier Prozent bedeuten könnte.
Der Gewinn je Aktie (EPS pre) soll zwischen 7,10 und 8,00 Euro liegen. Diese Bandbreiten spiegeln die aktuellen Herausforderungen wider: Merck steht vor auslaufenden Patenten und damit verbundenem Generikawettbewerb bei wichtigen Produkten. Zudem belastet die Stärke des Euro die in US-Dollar erzielten Umsätze.
Sparmaßnahmen als Gegensteuer
Um den Margendruck abzufedern, hat Merck ein umfassendes Kostensenkungsprogramm aufgelegt. Bis Ende 2027 sollen die Kosten um drei Milliarden Dollar reduziert werden. Ob diese Maßnahmen bereits im ersten Quartal 2026 erkennbare Effekte zeigen, wird Teil der Diskussion am 30. April sein.
Als Vergleichsbasis dient das Geschäftsjahr 2025, das Merck im Rahmen der eigenen Prognosen abgeschlossen hat. Für dieses Jahr schlägt der Vorstand eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie vor – das entspricht einer Ausschüttungsquote von 26,4 Prozent des Gewinns. Im vierten Quartal 2025 lag das Umsatzwachstum bei fünf Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Einordnung für Anleger
Die Q1-Zahlen werden erste Hinweise liefern, wie gut Merck den schwierigen Jahresstart gemeistert hat. Wichtige Beobachtungspunkte sind die Entwicklung der Pharmasparte – etwa des Herz-Kreislauf-Medikaments Winrevair – und die Auswirkungen des Patentauslaufs bei Diabetes-Präparaten wie Januvia in den USA. Auch die Entwicklung in den Geschäftsbereichen Life Science und Electronics dürfte im Fokus stehen.
Zum Stichtag Ende Februar 2026 lag der Umsatz der letzten zwölf Monate bei umgerechnet 23,78 Milliarden US-Dollar. Die verhaltene Jahresprognose und das laufende Sparprogramm zeigen, dass Merck eine Übergangsphase durchläuft, bevor neue Produkte und Innovationen für frischen Wachstumsschub sorgen können.
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