
Moderna mit 1,18 Milliarden Dollar Verlust – Aktie steigt dennoch
Von Redaktion aktie.com
Der US-Biotechkonzern Moderna hat im ersten Quartal 2026 einen Nettoverlust von 1,18 Milliarden US-Dollar verbucht, was einem Verlust von 3,07 Dollar je Aktie entspricht. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte das Unternehmen noch einen Gewinn von 79 Millionen Dollar erzielt. Trotz der deutlich roten Zahlen reagierte die Aktie positiv, da die Umsatzentwicklung die Erwartungen übertraf.
Umsatz verdreifacht durch internationale COVID-Impfstoffverkäufe
Der Gesamtumsatz von Moderna stieg im ersten Quartal auf 389 Millionen Dollar – mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Haupttreiber waren internationale Verkäufe des COVID-19-Impfstoffs, die deutlich stärker ausfielen als erwartet. Zusätzlich generierte Moderna 37 Millionen Dollar aus Zuschüssen, Kooperationen, Lizenzierungen und Lizenzgebühren, ein Plus von 68 Prozent im Jahresvergleich.
Diese Kooperationserlöse stammen aus Vereinbarungen mit etablierten Pharmaunternehmen wie Merck und Vertex Pharmaceuticals. Die Zusammenarbeit mit Merck wurde kürzlich erweitert: Der Konzern hat eine Option zur gemeinsamen Entwicklung und Vermarktung eines personalisierten Krebsimpfstoffs (PCV mRNA-4157/V940) gezogen, der auf mRNA-Technologie basiert.
Strategische Neuausrichtung trotz Verlusten
Der hohe Nettoverlust reflektiert erhebliche Belastungen durch laufende Rechtsstreitigkeiten sowie Investitionen in die Produktpipeline. Moderna ist nach dem Abflauen der Pandemie-bedingten Nachfrage dabei, sein Geschäftsmodell zu diversifizieren. Das Unternehmen rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit einem Umsatzwachstum von 10 Prozent und erwartet zudem Zulassungen für einen neuen Grippeimpfstoff.
Die Gesamteinnahmen der letzten zwölf Monate (bis Januar 2026) belaufen sich auf 2,20 Milliarden Dollar – ein deutlicher Rückgang gegenüber den Spitzenwerten während der Pandemie, aber ein stabilisierendes Signal für die Post-COVID-Phase.
Einordnung für Anleger
Für Privatanleger zeigt sich bei Moderna ein klassisches Bild eines Biotechunternehmens im Umbruch: Hohe Verluste durch Forschungsausgaben und Rechtskosten stehen wachsenden Umsätzen aus neuen Märkten gegenüber. Die positive Kursreaktion deutet darauf hin, dass der Markt die Umsatzdynamik höher gewichtet als die aktuellen Verluste.
Im Vergleich dazu meldete Merck & Co. (nicht zu verwechseln mit der deutschen Merck KGaA) im ersten Quartal 2026 weltweite Umsätze von 16,3 Milliarden Dollar und verfolgt ebenfalls eine Portfoliodiversifizierung. Die unterschiedliche Grössenordnung verdeutlicht, dass Moderna trotz seiner mRNA-Pionierrolle noch ein kleiner Player im Pharmamarkt ist.
Die Kooperation mit etablierten Konzernen wie Merck bei der Krebsimpfstoffentwicklung könnte mittelfristig neue Ertragsquellen erschliessen. Anleger sollten jedoch die anhaltend hohen Verluste und die Abhängigkeit von wenigen Produkten im Auge behalten.
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