
NVIDIA-Aktie im Tech-Sell-Off: Kaufchance trotz Kursrückgang?
Von Redaktion aktie.com
NVIDIA steht Anfang April 2026 inmitten eines Tech-Sell-Offs erneut im Fokus von Anlegern. Während die Aktie gemeinsam mit anderen Technologiewerten unter Druck geraten ist, sehen Analysten gerade jetzt langfristige Chancen im Bereich Künstliche Intelligenz. Die Marktkorrektur trifft ein Unternehmen, das operativ weiter stark wächst – eine Konstellation, die für antizyklisch orientierte Anleger interessant sein könnte.
Starkes Wachstum trotz Kursrückgang
Die jüngsten Quartalszahlen von NVIDIA zeigen ein ungebrochenes Momentum: Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 legte der Umsatz im Rechenzentrumsgeschäft um 75 Prozent zu. CEO Jensen Huang bezeichnete die Verkaufszahlen als "off the charts". Die Nachfrage nach AI-Infrastruktur übersteigt derzeit die eigenen Erwartungen des Unternehmens, weshalb NVIDIA Maßnahmen angekündigt hat, um die Lieferkette zu verstärken und die Produktionskapazität auszubauen.
Analysten prognostizieren für NVIDIA einen Anstieg des Gewinns je Aktie von 4,40 Dollar im laufenden Geschäftsjahr 2026 auf 7,28 Dollar bis 2028. Optimistische Schätzungen gehen sogar von bis zu 8,71 Dollar aus. Beim Umsatz erwarten Marktbeobachter ein Wachstum von 206,4 Milliarden Dollar (2026) auf 322,6 Milliarden Dollar im Jahr 2028. Diese Zahlen unterstreichen die Erwartung, dass NVIDIA seine dominante Position im AI-Chip-Markt festigen wird.
Langfristige Position im AI-Infrastruktur-Markt
Ein Analyst äußerte die Einschätzung, dass NVIDIA die bevorzugte Wahl für die geschätzten drei bis vier Billionen Dollar jährlicher AI-Infrastruktur-Investitionen am Ende des Jahrzehnts sein dürfte. AI-Infrastruktur bezeichnet dabei die Hardware- und Software-Systeme, die für das Training und den Betrieb von KI-Modellen benötigt werden – von Grafikprozessoren über Speichersysteme bis zu Netzwerkkomponenten.
Trotz dieser positiven Aussichten wird NVIDIA als "Magnificent Seven"-Mitglied – eine Gruppe der sieben grössten US-Tech-Konzerne – vom aktuellen Ausverkauf erfasst. Einzelne Aktien dieser Gruppe haben 2026 bereits mehr als acht Prozent verloren, wobei die konkreten Rückgänge je nach Titel variieren.
Einordnung für Anleger im DACH-Raum
Für Anleger aus der Schweiz, Deutschland und Österreich bedeutet die aktuelle Situation eine zweischneidige Konstellation: Einerseits bietet die Korrektur potenziell günstigere Einstiegskurse bei einem operativ stark wachsenden Unternehmen. Andererseits bleibt das Währungsrisiko zum US-Dollar bestehen, und die Bewertung von NVIDIA liegt trotz Rückgang weiterhin auf hohem Niveau.
Am Markt werden als Alternativen zu NVIDIA auch Alphabet und Snowflake genannt – Unternehmen, die ebenfalls im AI-Bereich aktiv sind und möglicherweise andere Risiko-Rendite-Profile bieten. Für langfristig orientierte Anleger könnte der aktuelle Zeitpunkt eine Überlegung wert sein, die finale Entscheidung sollte jedoch die persönliche Risikotoleranz und Portfoliostruktur berücksichtigen.
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