
Nvidia erreicht Buffett-Bewertung: Chip-Gigant wird für Value-Investoren interessant
Von Redaktion aktie.com
Nvidia rückt unerwartet in den Fokus der Value-Investing-Community. Während Warren Buffett traditionell einen weiten Bogen um Technologieaktien macht, zeigt die jüngste Entwicklung bei Berkshire Hathaway einen bemerkenswerten Strategiewechsel: Mittlerweile stecken über 20 Prozent des rund 300 Milliarden Dollar schweren Aktienportfolios in nur drei Tech-Unternehmen, die allesamt vom KI-Boom profitieren.
Buffetts Kernportfolio im Überblick
Das Herzstück von Berkshire Hathaway bilden weiterhin drei Langfrist-Holdings: Apple als grösste Position, American Express und Coca-Cola. Diese drei Werte machen zusammen knapp 65 Prozent des Portfolios aus. Buffett bezeichnete American Express und Coca-Cola in seinem Aktionärsbrief 2023 als Beteiligungen, die Berkshire "auf unbestimmte Zeit" halten werde.
Interessanterweise übertrifft Apple 2025 sogar Nvidia mit einem Kursplus von 38 Prozent gegenüber 31 Prozent bei dem Chip-Hersteller. Buffett betrachtet Apple allerdings weniger als Technologie-Investment, sondern primär als Konsumgüter-Aktie – eine Sichtweise, die seine langjährige Zurückhaltung bei Tech-Werten erklärt.
Nvidia erreicht attraktive Bewertung
Was die aktuelle Diskussion um Nvidia als mögliches "Buffett-Investment" befeuert, ist die veränderte Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des Chip-Konzerns hat einen Sieben-Jahres-Tiefstand erreicht und entspricht mittlerweile dem Durchschnitt des S&P 500. Dies markiert einen Wendepunkt: Nvidia gilt nicht mehr als überteuerte Wachstumsaktie, sondern nähert sich klassischen Bewertungsniveaus.
Die fundamentalen Daten unterstützen diese Einschätzung. Im Geschäftsjahr 2026 erzielte Nvidia einen Umsatz von 215,9 Milliarden Dollar – ein Anstieg von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der vierteljährliche freie Cashflow beläuft sich auf 23 Milliarden Dollar. Analysten prognostizieren für das laufende Geschäftsjahr ein Gewinnwachstum von 70 Prozent, während der S&P 500 aggregiert nur 19 Prozent erreichen dürfte.
Strategieschwenk bei Berkshire
Berkshire Hathaway hat jüngst eine Position von 17,8 Millionen Aktien in Alphabet aufgebaut – ein Schritt, der viele Beobachter überraschte und auf eine Neubewertung von Technologie-Investments hindeutet. Ob Buffett selbst oder seine Investment-Manager Todd Combs und Ted Weschler diese Entscheidungen treffen, bleibt oft unklar.
Für Privatanleger im deutschsprachigen Raum bedeutet diese Entwicklung: Die Grenze zwischen klassischem Value-Investing und Technologie-Wachstumswerten verschwimmt zunehmend. Nvidia ist über US-Börsen und europäische Handelsplätze zugänglich. Anleger sollten jedoch beachten, dass auch bei verbesserter Bewertung die Volatilität im Tech-Sektor erhöht bleibt – eine Kombination aus langfristigem Wachstumspotenzial und kurzfristigen Kursschwankungen.
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