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Ölpreis-Explosion: Iran-Krise bedroht Straße von Hormus – Diese Energie-Aktien profitieren
Rohstoffe5. April 2026· 3 Min. Lesezeit

Ölpreis-Explosion: Iran-Krise bedroht Straße von Hormus – Diese Energie-Aktien profitieren

Von Redaktion aktie.com

Zusammenfassung

Die iranische Revolutionsgarde hat die Straße von Hormus im März 2026 praktisch geschlossen, erste Ölkonzerne stellten den Transport ein. BloombergNEF prognostiziert einen Brent-Preis von 91 US-Dollar pro Barrel bis Q4 2026. Energie-Aktien zeigen trotz allgemeiner Marktunsicherheit Erholungspotenzial, während die Blockade Europa vor eine neue Energiekrise stellt.

Kernaussagen

  • Die iranische Revolutionsgarde hat die Straße von Hormus im März 2026 praktisch geschlossen, erste Ölkonzerne stellten den Transport durch die Meerenge ein.
  • BloombergNEF prognostiziert einen Brent-Ölpreis von 91 US-Dollar pro Barrel bis zum vierten Quartal 2026 bei anhaltender Krise.
  • Die Straße von Hormus ist eine nur rund 50 Kilometer breite Meerenge und zählt zu den wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel.
  • Europäische Tech- und Energieaktien zeigen trotz allgemeiner Marktverluste Erholungspotenzial im März 2026.
  • Das ifo Institut unterscheidet zwischen Deeskalations- und Eskalationsszenario mit unterschiedlich starken Auswirkungen auf die Energiepreise.

Die iranische Revolutionsgarde hat die Straße von Hormus im März 2026 praktisch geschlossen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Die nur rund 50 Kilometer breite Meerenge zählt zu den wichtigsten Routen für den weltweiten Ölhandel. Erste Ölkonzerne und Handelshäuser haben den Transport durch die strategisch bedeutsame Passage bereits ausgesetzt.

Die Blockade löste an den Weltmärkten massive Preissteigerungen bei Öl und Gas aus und schürt die Befürchtung einer neuen Energiekrise. Die Reaktion folgt einem klassischen Krisenmuster: Neben steigenden Ölpreisen verzeichnen auch Gold und andere Rohstoffe deutliche Aufschläge. Für Anleger im DACH-Raum stellt sich die Frage, welche Energie-Aktien von dieser Entwicklung profitieren könnten.

Ölpreis-Prognosen: Brent könnte auf 91 US-Dollar steigen

BloombergNEF prognostiziert für den Fall einer anhaltenden Krise, dass der Brent-Ölpreis bis zum vierten Quartal 2026 auf 91 US-Dollar pro Barrel steigen kann. Diese Einschätzung deckt sich mit den Erwartungen von Goldman Sachs, die ebenfalls von einer anhaltenden Krise ohne drastische Schäden ausgehen.

Das ifo Institut in München betrachtet zwei unterschiedliche Szenarien für die wirtschaftlichen Auswirkungen. Im Deeskalationsszenario endet der Konflikt schnell, die Anstiege bei Rohöl und Erdgas bleiben vorübergehend. Das Eskalationsszenario geht hingegen von einem deutlich längeren Konflikt mit einem schärferen und persistenteren Anstieg der Energiepreise aus. Die bereits kräftig gestiegenen Preise für Rohöl und Erdgas wirken sich dämpfend auf die wirtschaftliche Erholung aus.

Finanzmärkte reagieren mit Volatilität

Im März 2026 dominierten Unsicherheit und Volatilität die Finanzmärkte. Der DAX schloss bei 23.731 Punkten mit Gewinnen, während der ZEW-Index einbrach. Europäische Märkte kämpften mehrheitlich mit Verlusten, wobei die Finanzmärkte mit einer geopolitischen Risikoprämie auf die Spannungen reagierten.

Eine positive Ausnahme bilden Tech- und Energieaktien, die trotz des schwierigen Marktumfelds Erholungspotenzial zeigen. Während die Blockade der Straße von Hormus für Verbraucher und weite Teile der Wirtschaft negative Folgen hat, könnten Energie-Unternehmen von den gestiegenen Preisen profitieren.

Welche Energie-Aktien profitieren könnten

Grundsätzlich profitieren Öl- und Gasproduzenten von steigenden Rohstoffpreisen, da sie ihre Fördermengen zu höheren Preisen verkaufen können. Unternehmen mit Produktionsstätten ausserhalb der Krisenregion sind dabei im Vorteil, da sie ihre Förderung ungestört fortsetzen können, während gleichzeitig das Angebot durch die blockierte Meerenge verknappt wird.

Für Anleger im DACH-Raum ergeben sich mehrere Überlegungen: Europäische Energiekonzerne mit diversifizierten Förderstätten profitieren von höheren Preisen, tragen aber auch das Risiko steigender Kosten und regulatorischer Eingriffe. Die EU-Kommission forderte die Mitgliedstaaten bereits auf, den Verbrauch fossiler Energien zu senken – eine Massnahme, die langfristig die Nachfrage dämpfen könnte.

Internationale Ölkonzerne mit bedeutender Förderung in Nordamerika, der Nordsee oder anderen Regionen könnten besonders profitieren. Sie steigern ihre Einnahmen durch höhere Preise, während ihre Produktionskosten weitgehend stabil bleiben. Allerdings sollten Anleger beachten, dass die Bewertungen vieler Energie-Aktien bereits gestiegen sind und ein Teil der positiven Entwicklung eingepreist sein dürfte.

Risiken für Anleger nicht unterschätzen

Die aktuelle Situation birgt erhebliche Unwägbarkeiten. Eine rasche Deeskalation würde die Ölpreise wieder sinken lassen und Energie-Aktien unter Druck setzen. Zudem besteht das Risiko, dass eine anhaltende Energiekrise die Weltwirtschaft bremst und die Nachfrage nach Öl und Gas dämpft.

Die geopolitische Risikoprämie, die derzeit in den Ölpreis eingepreist ist, kann sich schnell auflösen. Anleger sollten zudem bedenken, dass Währungsschwankungen die Renditen beeinflussen können – insbesondere bei in US-Dollar gehandelten Energie-Aktien für Investoren aus der Schweiz, Deutschland oder Österreich.

Die Straße von Hormus bleibt der entscheidende Faktor für die weitere Entwicklung. Solange die Blockade anhält, dürften die Ölpreise erhöht bleiben und Energie-Aktien stützen. Eine Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs würde hingegen für schnelle Entspannung sorgen. Anleger sollten die Lage täglich neu bewerten und nicht auf eine langfristige Fortsetzung der aktuellen Krisensituation setzen.

Quellen

  • Aktien, Börse, Ölpreis: Was der Iran-Krieg für Ihr Depot bedeutet - FOCUS online
  • Angriff Iran Ölpreis: Was bedeutet das für Spritpreise 2026?
  • Was die Sperrung der Straße von Hormus für Ölpreise, Gas und Europa bedeutet | Euronews
  • Iran-Krieg und Ölkrise: Unsicherheit dominiert Finanzmärkte im März 2026

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