
Oklo und Blykalla beschleunigen Entwicklung von Kleinreaktoren der nächsten Generation
Von Redaktion aktie.com
Der US-Entwickler für Kleinreaktoren Oklo baut seine Partnerschaft mit dem schwedischen Nukleartechnologie-Unternehmen Blykalla aus. Gemeinsam mit dem italienisch-französischen Konzern newcleo wollen die Firmen die Kommerzialisierung einer neuen Generation von Kernkraftwerken vorantreiben. Die Kooperation sieht Investitionen zwischen 100 und 200 Millionen US-Dollar vor, die vorrangig in das US-amerikanische Brennstoff-Ökosystem fliessen sollen.
Transatlantische Allianz für Schnellreaktoren
Im Zentrum der Zusammenarbeit steht die Entwicklung sogenannter Fast-Neutron-Reaktoren – kompakte Anlagen, die mit schnellen statt thermischen Neutronen arbeiten und unter anderem gebrauchten Kernbrennstoff verwerten können. Oklo betreibt sein Entwicklungsprogramm unter Aufsicht des US-Energieministeriums am Idaho National Laboratory. Die erste kommerzielle Aurora-Reaktoranlage soll dort 2027 oder Anfang 2028 in Betrieb gehen. Gelingt dies, wäre es der erste abgeschlossene fortschrittliche Kernreaktor in den USA.
Nach Angaben des Unternehmens ist die Projektpipeline für Mikroreaktoren zuletzt um 93 Prozent gewachsen. Stefano Buono, CEO von newcleo, sieht in der Vereinbarung einen Beleg dafür, dass die USA und Europa gemeinsam in diesem Sektor führend sein können. Die Partnerschaft zielt darauf ab, eine inländische Lieferkette für kritische Komponenten und Brennstoffe aufzubauen – ein strategisch wichtiger Schritt, da westliche Länder derzeit bei der Brennstoffversorgung stark von Russland abhängig sind.
Verbindung zur Deutschen Telekom unklar
Die ursprüngliche Meldung erwähnt die Deutsche Telekom AG im Kontext dieser Nuklear-Partnerschaft. Ein direkter Zusammenhang erschliesst sich aus den verfügbaren Informationen jedoch nicht. Die Deutsche Telekom setzt nach eigenen Angaben bei ihrer Energieversorgung auf erneuerbare Quellen – in den USA etwa durch langfristige Verträge mit Wind- und Solarprojekten sowie virtuelle Stromabnahmeverträge (VPPAs). In Deutschland hat sich der Konzern klar zum Atomausstieg positioniert.
Einordnung für Anleger
Kleinreaktoren gelten als möglicher Baustein für eine CO2-arme Energieversorgung, befinden sich aber noch in frühen Entwicklungsstadien. Oklo ist seit 2024 über einen SPAC-Merger an der Börse notiert, das Geschäftsmodell bleibt vorerst auf Forschung und Entwicklung ausgerichtet. Umsätze aus kommerziellen Anlagen dürften frühestens ab Ende des Jahrzehnts fliessen.
Die Branche profitiert von wachsendem Interesse an grundlastfähigen CO2-freien Energiequellen, steht aber weiterhin vor regulatorischen Hürden und öffentlicher Skepsis. Für Privatanleger aus dem deutschsprachigen Raum ist der Sektor hochspekulativ – Investitionen sollten nur im Rahmen einer breit diversifizierten Portfoliostrategie erwogen werden.
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