
Pfizers Onkologie-Portfolio vor Q1-Zahlen: Wettbewerb mit Merck KGaA verschärft sich
Von Redaktion aktie.com
Die Aufmerksamkeit im Onkologie-Sektor richtet sich aktuell auf Pfizer, dessen Quartalszahlen für das erste Quartal 2026 am 5. Mai anstehen. Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist diese Entwicklung auch deshalb von Interesse, weil sie zeigt, wie der US-Konzern im direkten Wettbewerb mit europäischen Playern wie Merck KGaA steht – deren Keytruda-Präparat sich zum grössten Konkurrenten entwickelt hat.
Gemischte Signale im Onkologie-Portfolio
Nach der Übernahme von Seagen verfügt Pfizer über ein erweitertes Portfolio von mehr als 25 zugelassenen Krebsmedikamenten und Biosimilars, die über 40 Indikationen abdecken. Neun dieser Präparate haben entweder bereits Blockbuster-Status erreicht oder gelten als Kandidaten für einen Jahresumsatz von über einer Milliarde Dollar. Das Unternehmen ist damit in wichtigen Krebs-Kategorien vertreten: Brustkrebs, urogenitale Tumoren, Thorax-Tumoren, gastrointestinale Krebsarten und Blutkrebserkrankungen.
Analysten erwarten für das erste Quartal 2026 ein differenziertes Bild. Während das Brustkrebsmedikament Ibrance – lange Zeit ein Umsatzträger – weiter Marktanteile an neuere Therapien verliert, dürften andere Produkte diesen Rückgang teilweise auffangen. Besonders die aus der Seagen-Akquisition stammenden Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs) sowie neu zugelassene Präparate könnten für Wachstumsimpulse sorgen.
Jüngste Zulassungen als Wachstumshoffnung
Ein Beispiel für die Pipeline-Aktivität: Im Dezember 2024 erhielt BRAFTOVI in Kombination mit Cetuximab und mFOLFOX6 eine beschleunigte FDA-Zulassung für Patienten mit BRAF-V600E-mutiertem metastasiertem Kolorektalkarzinom. Solche Zulassungen erweitern das Einsatzspektrum bestehender Wirkstoffe und erschliessen neue Patientengruppen – ein wichtiger Hebel für künftige Umsätze.
Wettbewerbsdruck durch Merck KGaA
Die Konkurrenzsituation verschärft sich: Mercks Keytruda überschritt zuletzt die Marke von 25 Milliarden Dollar Jahresumsatz und konkurriert direkt mit Pfizers Onkologie-Sparte in klinischen Studien, Krankenhauskanälen und Kombinationstherapien. Insbesondere im ADC-Segment, in dem Pfizer durch Seagen gestärkt wurde, liefern sich beide Konzerne ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Einordnung für Anleger
Für das Gesamtjahr 2025 wies Pfizer Erlöse von 62,6 Milliarden Dollar aus – operativ ein Rückgang von 2 Prozent. Bereinigt um COVID-19-Produkte wuchs das Geschäft allerdings um 6 Prozent. Diese Entwicklung zeigt: Der Konzern befindet sich in einer Übergangsphase, in der neue Onkologie-Produkte das wegbrechende Pandemie-Geschäft kompensieren müssen.
Die anstehenden Q1-Zahlen werden zeigen, ob diese Transformation gelingt. Anleger sollten besonders auf die Entwicklung der Post-Seagen-Produkte sowie auf Aussagen zum Wettbewerb mit Keytruda achten. Im stark regulierten europäischen Markt könnte sich zudem die Erstattungspolitik auf die Margen auswirken.
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