
Polkadot begrenzt Token-Versorgung auf 2,1 Milliarden DOT
Von Redaktion aktie.com
Im März 2026 vollzieht Polkadot eine fundamentale Änderung seiner wirtschaftlichen Architektur: Das Blockchain-Netzwerk führt eine maximale Versorgungsgrenze von 2,1 Milliarden DOT-Token ein. Damit endet das bisherige System der unbegrenzten Token-Ausgabe, das seit dem Start des Netzwerks kontinuierlich neue Coins generierte.
Die Änderung basiert auf dem Referendum 1710, das im September 2025 von der Polkadot DAO mit einer Zustimmungsquote von 81 Prozent angenommen wurde. Die technische Aktivierung erfolgte nun im März 2026 und stellt die größte ökonomische Anpassung in der Geschichte des Projekts dar.
Halbierung der jährlichen Token-Ausgabe
Neben der Obergrenze wird auch die Ausgaberate drastisch reduziert. Die jährliche Emission sinkt von rund 120 Millionen auf etwa 56,88 Millionen DOT-Token – eine sofortige Kürzung um 53,6 Prozent. Diese Halbierung der neuen Token-Menge dürfte die Inflationsrate des Netzwerks erheblich verlangsamen.
Aktuell befinden sich etwa 1,676 Milliarden DOT im Umlauf, was rund 80 Prozent der neuen maximalen Versorgung entspricht. Bis zur Obergrenze können also noch etwa 424 Millionen Token ausgegeben werden. Bei der neuen Ausgaberate würde es rund sieben bis acht Jahre dauern, bis diese Grenze erreicht ist – sofern die Emissionsparameter unverändert bleiben.
Parallelen zu Bitcoin, aber andere Mechanik
Die Einführung einer festen Obergrenze erinnert an Bitcoin mit seinen 21 Millionen BTC – auch Polkadot hat bewusst die Zahl 2,1 Milliarden gewählt. Allerdings unterscheidet sich die Mechanik: Während Bitcoin alle vier Jahre ein Halving durchläuft, das die Ausgabe neuer Coins schrittweise reduziert, hat Polkadot die Emission jetzt einmalig halbiert und eine absolute Grenze festgelegt.
Für das Netzwerk bedeutet die Änderung eine grundlegende Neuausrichtung. Polkadot nutzt ein Proof-of-Stake-System, bei dem Validatoren durch neu ausgegebene Token für die Netzwerksicherung belohnt werden. Die deutlich reduzierten Emissionen könnten die Belohnungsstruktur verändern und langfristig zu höheren Transaktionsgebühren führen, um Validatoren weiterhin zu incentivieren.
Einordnung für Anleger
Die Begrenzung der maximalen Versorgung könnte das Narrativ rund um DOT verändern. Ein endliches Angebot wird häufig als werterhaltende Eigenschaft interpretiert, ähnlich wie bei Edelmetallen oder Bitcoin. Ob sich diese Änderung positiv auf den Kurs auswirkt, hängt jedoch von vielen Faktoren ab – darunter die weitere Netzwerknutzung, die Konkurrenz zu anderen Layer-1-Blockchains und das allgemeine Marktumfeld für Kryptowährungen.
Die hohe Zustimmung in der Governance-Abstimmung zeigt, dass die Community hinter dieser strategischen Neuausrichtung steht. Polkadot positioniert sich damit stärker als deflationäres oder zumindest inflationsbegrenztes Protokoll.
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