
Rohstoffe und Gold
Von Redaktion aktie.com
Kernaussagen
- Der Goldpreis notiert am 31. März 2026 bei rund 4.509 US-Dollar pro Unze
- Ein Analyst prognostiziert einen Rekordpreis von 6.000 US-Dollar bis Jahresende 2026
- Union Investment warnt vor einer Bewertung "jenseits von Gut und Böse" bei Gold
- Zentralbankkäufe und geopolitische Risiken bleiben zentrale Unterstützungsfaktoren für den Goldpreis
- Nach einem lokalen Hoch im April 2025 könnte eine trendbestätigende Korrektur folgen, bevor Notierungen im 6.500-USD-Bereich bis 2028 angestrebt werden
- Der Ölpreis bleibt 2026 tendenziell stabil, ist aber anfällig für geopolitische Risiken
Der Goldpreis notiert am 31. März 2026 bei rund 4.509 US-Dollar pro Unze und setzt damit seine mehrjährige Aufwärtsentwicklung fort. Bereits Ende 2024 hatte das Edelmetall die Marke von 2.800 USD überschritten – die aktuelle Notierung bedeutet einen weiteren deutlichen Anstieg innerhalb von gut einem Jahr.
Prognosen zwischen Euphorie und Warnung
Die Einschätzungen zur weiteren Goldpreisentwicklung fallen unterschiedlich aus. Ein Analyst prognostiziert einen Rekordpreis von 6.000 US-Dollar bis Jahresende 2026, was von der aktuellen Notierung aus einem weiteren Anstieg von rund 33 Prozent entspräche. Langfristig deutet eine Prognose sogar auf Notierungen im 6.500-USD-Bereich bis 2028 hin.
Kritischer positioniert sich Union Investment. Das Fondshaus beschreibt die aktuelle Goldbewertung als "jenseits von Gut und Böse" – eine klare Warnung vor einer möglicherweise überhöhten Bewertung des Edelmetalls. Diese Einschätzung steht im Kontrast zu den optimistischen Stimmen am Markt.
Technische Konsolidierung nach Rekordlauf möglich
Nach leichten Gewinnmitnahmen setzte sich der Aufwärtsschub bis in den April 2025 mit einem lokalen Hoch fort (Quelle: Kagels Trading). Seither wurde eine weitere Rekordserie verzeichnet. Da der Kurs seit November 2024 zum ersten Mal wieder ein vorangegangenes Monatstief unterschritten hat – im Februar 2026 bei 4.402 USD – könnte sich zunächst eine trendbestätigende Korrektur oder Konsolidierung bilden.
Solche Pausen innerhalb eines intakten Aufwärtstrends gelten unter Charttechnikern als normal. Sie dienen dazu, überkaufte Marktbedingungen abzubauen, bevor neue Hochs angesteuert werden.
Zentralbankkäufe und Geopolitik als Preistreiber
Zu den zentralen Unterstützungsfaktoren für den Goldpreis zählen weiterhin die Käufe durch Zentralbanken. Diese hatten bereits 2024 zu neuen Hochständen beigetragen und werden voraussichtlich auch im laufenden Jahr eine tragende Rolle spielen. Insbesondere Schwellenländer diversifizieren ihre Währungsreserven verstärkt weg vom US-Dollar.
Geopolitische Risiken bilden den zweiten wichtigen Pfeiler der Goldnachfrage. Die anhaltenden Unsicherheiten im globalen Handelssystem und regionale Konflikte erhöhen das Bedürfnis nach sicheren Anlagen. Gold gilt traditionell als Krisenwährung, die in Zeiten erhöhter Unsicherheit Kapital anzieht.
US-Dollar und Handelspolitik als Gegenwind
Die Solidität des US-Dollars bleibt ein wichtiges Gegenargument für weitere drastische Goldpreisanstiege. Da Gold in Dollar gehandelt wird, macht ein starker Greenback das Edelmetall für Käufer ausserhalb der USA teurer und dämpft tendenziell die Nachfrage.
Die US-Handelspolitik wird die Märkte laut Einschätzung der LBBW auch 2026 mit etlichen Überraschungen versorgen. Diese Unwägbarkeiten können sowohl stützend als auch belastend für den Goldpreis wirken – je nachdem, ob sie das Vertrauen in den Dollar stärken oder schwächen.
Rohstoffmärkte mit unterschiedlicher Dynamik
Während Gold seine starke Performance fortsetzt, zeigt sich bei anderen Rohstoffen ein differenziertes Bild. Der Ölpreis bleibt 2026 tendenziell stabil, ist jedoch anfällig für geopolitische Risiken (Quelle: GeVestor). US-Energiekonzerne bieten in diesem Umfeld Strukturstärke und zählen zu den defensiveren Werten im Energiesektor.
Bei Industriemetallen und zyklischen Rohstoffen hängt die Entwicklung massgeblich von der globalen Konjunkturentwicklung ab. Diese Rohstoffgruppen reagieren deutlich sensibler auf Wachstumssignale als das primär als Wertspeicher dienende Gold.
Einordnung für Privatanleger
Die aktuelle Goldpreisentwicklung stellt Anleger vor die Frage, ob bei Notierungen über 4.500 USD noch Einstiegspotenzial besteht oder ob eine Gewinnmitnahme angezeigt ist. Die Spannweite zwischen optimistischen Prognosen von 6.000 USD und kritischen Bewertungshinweisen zeigt: Der Markt ist sich selbst uneinig.
Für langfristig orientierte Anleger dient Gold primär als Portfoliobeimischung zur Risikostreuung – nicht als spekulatives Investment auf kurzfristige Kursgewinne. Die fundamentalen Unterstützungsfaktoren wie Zentralbankkäufe und geopolitische Unsicherheit bleiben intakt, während die historisch hohe Bewertung das Rückschlagrisiko erhöht.
Eine breite Streuung über verschiedene Rohstoffklassen kann helfen, sowohl von der Wertspeicherfunktion des Goldes als auch von zyklischen Erholungen bei Industriemetallen oder Energie zu profitieren, ohne sich einseitig von einer einzigen Preisentwicklung abhängig zu machen.
Quellen
Artikel teilen