
S&P 500: Gewinnerwartungen steigen auf 338 Dollar je Aktie – KGV bei 19,5
Von Redaktion aktie.com
Die Gewinnerwartungen für den S&P 500 sind zum Quartalsende deutlich gestiegen. Die Vorwärtsschätzung für die kommenden vier Quartale kletterte bis Ende März auf 338,29 Dollar je Aktie – ein Sprung von über 16 Dollar binnen Wochenfrist. Gleichzeitig notiert das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des breiten US-Aktienindex aktuell bei 19,5.
Bemerkenswert ist die Entwicklung der Gewinnrendite, die trotz der jüngsten Kursrally auf 5,14 Prozent gestiegen ist. Die Gewinnrendite – der Kehrwert des KGV – zeigt an, welche Rendite Anleger theoretisch aus den Unternehmensgewinnen erzielen könnten. Der aktuelle Wert liegt damit deutlich über der historischen Bandbreite von 3,49 bis 4,59 Prozent, die in den vergangenen Jahren als typisch galt.
Revisionen für das erste Quartal 2026
Die Gewinnschätzungen für das erste Quartal 2026 wurden seit Jahresbeginn leicht nach oben angepasst. Analysten erwarten nun Gesamtgewinne von 629,3 Milliarden Dollar für die im S&P 500 vertretenen Unternehmen – ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber den Schätzungen vom 31. Dezember 2025. In absoluten Zahlen entspricht dies einer Revision um 2,3 Milliarden Dollar.
Für das vierte Quartal 2026 prognostizieren Analysten einen Gewinn je Aktie von 81,38 Dollar. Über das Gesamtjahr 2026 wird ein Gewinnwachstum von 14 Prozent erwartet – eine Zahl, die angesichts des bereits hohen Ausgangsniveaus ambitioniert erscheint.
Einordnung für Anleger
Die gestiegenen Gewinnerwartungen dürften die jüngste Erholung am US-Aktienmarkt stützen. Nach schwachen Wochen im Februar verbuchte die Wall Street Anfang April erstmals wieder einen Wochengewinn. Zudem zog der Ölpreis im selben Zeitraum deutlich an, was sich unterschiedlich auf die verschiedenen Sektoren im Index auswirkt.
Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist die Entwicklung des S&P 500 auch deshalb relevant, weil viele globale Investmentfonds und ETFs den Index nachbilden oder als Vergleichsmassstab verwenden. Das aktuelle KGV von 19,5 liegt über dem langjährigen Durchschnitt von etwa 16 bis 17, was auf eine gewisse Zuversicht hinsichtlich künftiger Gewinne hindeutet – aber auch ein erhöhtes Bewertungsniveau signalisiert.
Interessant ist die Diskrepanz zwischen der höheren Gewinnrendite und dem nach wie vor hohen Bewertungsniveau. Dies lässt sich durch die kräftigen Gewinnrevisionen nach oben erklären: Die Unternehmen sollen ihre Erträge schneller steigern als die Aktienkurse zulegen. Ob sich diese Erwartungen erfüllen, wird sich in der laufenden Berichtssaison für das erste Quartal zeigen, die in den kommenden Wochen an Fahrt aufnimmt.
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