
S&P 500 verliert 9 Prozent – Warum Anleger jetzt nachkaufen
Von Redaktion aktie.com
Der S&P 500 hat im März 2026 knapp 9 Prozent verloren – eine Korrektur, die Privatanleger vor die Frage stellt: Verkaufen oder nachkaufen? Eine am 30. März veröffentlichte Analyse beleuchtet, warum langfristig orientierte Anleger solche Rücksetzer häufig als Kaufgelegenheit nutzen.
Marktkorrektur mit bekanntem Muster
Der Rückgang des S&P 500 um rund 9 Prozent erfüllt die klassische Definition einer Marktkorrektur. Diese tritt ein, wenn ein Index mindestens 10 Prozent von seinem jüngsten Höchststand zurückfällt – der aktuelle Verlust liegt knapp darunter. Historische Daten zeigen: Solche Korrekturen kommen regelmässig vor und wurden vom Markt in der Vergangenheit meist zügig wieder aufgeholt.
Studien des Vermögensverwalters Invesco und des Forschungsunternehmens Dalbar kommen übereinstimmend zum Ergebnis, dass Anleger, die ihrem Investmentplan treu blieben, langfristig besser abschnitten als jene, die versuchten, den Markt zu timen. Wer während Korrekturen verkauft oder Investitionen zurückhält, verpasst statistisch betrachtet häufiger Erholungsphasen als Verluste.
QQQ versus breit diversifizierte ETFs
Im Zentrum der aktuellen Diskussion steht der Invesco QQQ Trust (QQQ), ein börsengehandelter Fonds, der die 100 grössten Nicht-Finanzwerte der Nasdaq abbildet. Der ETF ist stark auf Technologie- und Wachstumsaktien ausgerichtet und erreichte auf Zehnjahressicht (bis 31. Dezember 2025) eine durchschnittliche jährliche Rendite von 19,43 Prozent.
Zum Vergleich: Der iShares Core S&P 500 ETF (IVV), der den gesamten S&P 500 abbildet, kam im gleichen Zeitraum auf 14,81 Prozent jährlich. Der QQQ lieferte zwar höhere Ein- und Fünfjahresrenditen, ging aber mit deutlich stärkeren Kursschwankungen und tieferen Kurseinbrüchen einher. Der IVV bietet durch die Abdeckung aller elf Sektoren des S&P 500 eine breitere Streuung und damit tendenziell mehr Stabilität.
Dollar-Cost-Averaging als Gegenmodell
Eine Alternative zum gezielten Nachkaufen während Korrekturen ist das sogenannte Dollar-Cost-Averaging – die regelmässige Investition fester Beträge unabhängig vom Marktstand. Diese Methode vermeidet das Risiko, Kapital zum falschen Zeitpunkt konzentriert anzulegen. Wie Diskussionen in Anleger-Foren zeigen, führt das Warten auf den «perfekten Einstiegszeitpunkt» oft dazu, dass Anleger Geld ungenutzt halten, während die Märkte im langjährigen Trend steigen.
Einordnung für DACH-Anleger
Für Privatanleger im deutschsprachigen Raum sind sowohl QQQ als auch IVV über die üblichen Broker handelbar. Beide ETFs sind in US-Dollar notiert – Währungsschwankungen zwischen Franken oder Euro und Dollar können die Rendite zusätzlich beeinflussen. Die Entscheidung zwischen tech-lastiger Wachstumsstrategie (QQQ) und breiter Diversifikation (IVV oder europäische Alternativen) hängt von der individuellen Risikobereitschaft und dem Anlagehorizont ab. Wer kurzfristige Schwankungen schlechter erträgt, ist mit breit gestreuten Produkten tendenziell besser bedient.
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