
SEC stuft Cardano als digitalen Rohstoff ein – Neues Rahmenwerk schafft Rechtssicherheit
Von Redaktion aktie.com
Die US-Börsenaufsicht SEC und die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) haben am 17. März 2026 erstmals ein gemeinsames Rahmenwerk zur Klassifizierung von Krypto-Assets veröffentlicht. Die Regelung schafft nach mehr als einem Jahrzehnt regulatorischer Unsicherheit klare Kategorien und beendet damit die bisherige Praxis der Regulierung durch nachträgliche Strafverfolgung.
Fünf Kategorien schaffen Klarheit
Das neue System unterteilt digitale Vermögenswerte in fünf Kategorien: digitale Rohstoffe, digitale Sammlerstücke, digitale Werkzeuge, Zahlungs-Stablecoins und digitale Wertpapiere. Besonders relevant für Anleger: Nur die letztgenannte Kategorie unterliegt weiterhin den strengen Bundeswertpapiergesetzen.
Als digitale Rohstoffe gelten Krypto-Assets, deren Wert sich aus dem funktionalen Betrieb des Netzwerks und der Angebots-Nachfrage-Dynamik ergibt – nicht aus der Arbeit eines zentralen Managementteams. Diese Definition basiert auf dem etablierten Howey-Test, erhält nun aber erstmals eine regulatorische Verankerung.
Cardano erhält Rohstoff-Status
Zu den 16 Kryptowährungen, die offiziell als digitale Rohstoffe eingestuft wurden, gehören neben Bitcoin, Ether und Solana auch Cardano (ADA). Für die Cardano-Community bedeutet dies Rechtssicherheit: Das Asset gilt nicht länger als mögliches Wertpapier unter Bundesrecht. Diese Klassifizierung dürfte die regulatorischen Risiken für institutionelle Investoren deutlich reduzieren.
SEC-Chairman Atkins betonte bei der Veröffentlichung symbolisch, die Behörde sei nun "nicht mehr die Securities and Everything Commission". Die Aussage spielt auf die jahrelange Kritik an, die SEC habe versucht, nahezu alle Krypto-Assets als Wertpapiere zu behandeln.
Bedeutung für Anleger im DACH-Raum
Für Privatanleger in der Schweiz, Deutschland und Österreich schafft das US-Rahmenwerk mittelbar mehr Klarheit. Viele europäische Handelsplattformen und institutionelle Anbieter orientieren sich an der US-Regulierung, da amerikanische Märkte weiterhin eine zentrale Rolle im globalen Krypto-Handel spielen. Die klare Abgrenzung zwischen Rohstoffen und Wertpapieren dürfte mittelfristig auch die Produktentwicklung in Europa beeinflussen.
Gleichzeitig gilt: Die EU verfolgt mit der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) einen eigenen Ansatz, der ab 2027 vollständig greift. Anleger sollten daher beide Regelwerke im Blick behalten. Das US-Framework markiert allerdings einen Wendepunkt weg von regulatorischer Unsicherheit hin zu definierten Kategorien – ein Schritt, den viele Marktteilnehmer seit dem DAO-Bericht von 2017 gefordert hatten.
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