
Securitize erhält EU-Zulassung für Security-Token-Handel auf Avalanche
Von Redaktion aktie.com
Securitize hat im November 2025 die behördliche Genehmigung der Europäischen Union erhalten, um ein digitales Handels- und Abwicklungssystem für tokenisierte Wertpapiere zu betreiben. Die Plattform basiert auf dem Avalanche-Netzwerk und soll 2026 an den Start gehen – als erstes pan-europäisches Trading and Settlement System (TSS) auf Blockchain-Basis.
Für Anleger ist diese Entwicklung von Bedeutung, da sie die zunehmende Institutionalisierung digitaler Vermögenswerte unterstreicht. Securitize wird unter EU- und US-Lizenzen operieren, was grenzüberschreitenden Handel mit digitalen Wertpapieren ermöglicht. Das Unternehmen wird unter anderem von BlackRock und Ark Invest unterstützt – zwei Namen, die für etablierte Finanzmarktakteure stehen.
Was sind Security Token?
Security Token sind digitale Wertpapiere auf Blockchain-Basis. Im Gegensatz zu klassischen Kryptowährungen wie Bitcoin repräsentieren sie konkrete Vermögenswerte – etwa Unternehmensanteile, Immobilien oder Anleihen. Diese Token unterliegen den gleichen Wertpapierregulierungen wie traditionelle Finanzinstrumente, bieten aber durch die Blockchain-Technologie Vorteile bei Transparenz, Abwicklungsgeschwindigkeit und Zugänglichkeit.
Warum Avalanche?
Die Wahl fiel auf Avalanche, weil das Netzwerk eine institutionelle Architektur mit schneller Transaktionsabwicklung bietet. John Wu, Präsident von Ava Labs – dem Unternehmen hinter Avalanche –, betonte, die Blockchain sei gezielt für die Anforderungen entwickelt worden, die Tokenisierung im grossen Stil erfordert. Gemeint sind vor allem zuverlässige Performance und vorhersehbare Abwicklungszeiten, die im regulierten Finanzumfeld unverzichtbar sind.
Technisch ermöglicht Avalanche durch sogenannte Subnets massgeschneiderte Blockchain-Umgebungen. Diese können eigene Validatoren, Gebührenstrukturen und Token-Ökonomien haben – ein Vorteil für regulierte Anwendungen, bei denen spezifische Compliance-Anforderungen erfüllt werden müssen. Validatoren müssen definierte Kriterien erfüllen, um dem Subnet beizutreten, was Sicherheit und Verlässlichkeit erhöht.
Bedeutung für den Markt
Die Partnerschaft zwischen Securitize und Avalanche ist ein konkretes Signal, dass regulierte Finanzinstitutionen zunehmend auf öffentliche Blockchains setzen. Bislang haben viele Institute eigene, geschlossene Systeme bevorzugt. Ein EU-reguliertes System auf einer öffentlichen Blockchain könnte nun als Blaupause für weitere Anwendungen dienen.
Für Anleger im deutschsprachigen Raum bedeutet dies: Der Zugang zu tokenisierten Vermögenswerten dürfte sich mittelfristig vereinfachen. Ob und wann Schweizer, deutsche oder österreichische Anleger direkt auf der Plattform handeln können, hängt von der konkreten Ausgestaltung und nationalen Umsetzung der EU-Regulierung ab. Die erste EU-basierte Emission auf der Plattform wird für 2026 erwartet – weitere Details stehen noch aus.
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