
SMI und DAX Analyse
Von Redaktion aktie.com
Kernaussagen
- Der DAX erreichte im März 2026 ein neues Allzeithoch über 25.500 Punkten und setzt die Erholungsrallye seit 2022 fort (Quelle: Kagels Trading)
- Die VZ Bank prognostiziert für den SMI eine Kursperformance von 5,3% im Jahr 2026
- Die Schweizer Wirtschaft soll 2026 um 1,1% wachsen, während die Investitionstätigkeit im ersten Halbjahr flach bleibt (Quelle: Nume)
- DAX-Prognosen für 2026 reichen von 21.000 bis 26.000 Punkten, die aktuelle Unterstützung liegt bei 24.000 Punkten
- Laut Wikifolio-Chef Andreas Kern sehen Trader die USA 2026 leicht vor Deutschland – entscheidend ist die Konjunkturentwicklung
- Investitionen in künstliche Intelligenz und Digitalisierung stützen den Schweizer Technologiesektor (Quelle: Vermögenszentrum)
DAX mit neuem Rekord über 25.500 Punkten
Der deutsche Leitindex DAX hat seine Erholungsbewegung aus dem Jahr 2022 bis ins erste Quartal 2026 fortgesetzt und über der Marke von 25.500 Punkten ein neues Allzeithoch markiert (Stand: März 2026, Quelle: Kagels Trading). Diese Entwicklung reiht sich in eine Serie von Rekorden ein, die den Index über mehrere Jahre getragen haben.
Die Prognosen für das Gesamtjahr zeigen allerdings eine breite Streuung: Analysten rechnen mit Kurszielen zwischen 21.000 und 26.000 Punkten. Diese Spannbreite von 5.000 Punkten verdeutlicht die unterschiedlichen Einschätzungen zur weiteren Entwicklung. Als technische Unterstützung gilt derzeit die Marke von 24.000 Punkten, die dem Index eine tragfähige Basis bieten könnte.
Wikifolio-Trader Christian Scheid bringt die entscheidende Variable auf den Punkt: „Entscheidend ist die Konjunktur." Wikifolio-Chef Andreas Kern ergänzt, dass Trader die USA 2026 leicht vor Deutschland sehen. Diese Einschätzung spiegelt die Unsicherheit über die konjunkturelle Dynamik in der Eurozone wider, die nach wie vor unter strukturellen Herausforderungen leidet.
SMI: Moderate Wachstumserwartungen für 2026
Für den Schweizer Leitindex SMI prognostiziert die VZ Bank eine Kursperformance von 5,3% im Jahr 2026. Diese Prognose liegt im moderaten Bereich und reflektiert die gedämpften Wachstumsaussichten der Schweizer Wirtschaft.
Die Schweizer Konjunktur soll laut aktuellen Prognosen um 1,1% wachsen (Quelle: Nume). Dieses Wachstum stellt eine leichte Verbesserung gegenüber früheren Schätzungen dar und berücksichtigt die Anpassung an veränderte internationale Handelsbedingungen. Insbesondere die Senkung der US-Zölle auf Schweizer Produkte hat die Aussichten für direkt betroffene Branchen verbessert (Quelle: Vermögenszentrum).
Die Investitionstätigkeit bleibt im ersten Halbjahr 2026 allerdings flach. Der Grund: Die Planbarkeit für langfristige Projekte ist unter den aktuellen volatilen Bedingungen kaum gegeben (Quelle: Nume). Unternehmen halten sich mit Investitionsentscheidungen zurück, solange die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unsicher bleiben.
Sektorale Unterschiede in beiden Märkten
Innerhalb der Indizes zeigen sich deutliche sektorale Unterschiede. Der Schweizer Technologiesektor profitiert von Investitionen in künstliche Intelligenz und Digitalisierung (Quelle: Vermögenszentrum). Diese Bereiche stützen die Performance des SMI und bieten Wachstumspotenzial trotz des verhaltenen gesamtwirtschaftlichen Umfelds.
Im deutschen Markt zeigt sich das Hochspannungsleitungs-Geschäft als Wachstumstreiber. Das Dienstleistungsgeschäft in diesem Bereich wächst organisch, insbesondere in Deutschland (Quelle: Basler Kantonalbank). Eine Normalisierung der Strompreise würde den Gewinn für 2026 und 2027 deutlich verbessern – ein Faktor, der für einzelne DAX-Unternehmen relevant sein dürfte.
Unsicherheit als bestimmender Faktor
Beide Indizes stehen unter dem Einfluss makroökonomischer Unsicherheiten. Während der DAX von seiner technischen Stärke und dem erreichten Allzeithoch profitiert, bleibt die Frage offen, ob die Konjunktur diese Bewertungen tragen kann. Der SMI bewegt sich in einem gemäßigteren Umfeld, in dem moderate Wachstumsraten und zurückhaltende Investitionen das Bild prägen.
Die breite Streuung der DAX-Prognosen zwischen 21.000 und 26.000 Punkten zeigt, wie unterschiedlich Analysten die weitere Entwicklung einschätzen. Für Anleger im DACH-Raum bedeutet dies: Die Märkte befinden sich in einer Phase, in der kurzfristige Schwankungen wahrscheinlich bleiben. Die fundamentale Entwicklung der Konjunktur wird darüber entscheiden, ob die aktuellen Indexstände Bestand haben oder ob Korrekturen anstehen.
Der Vergleich zwischen DAX und SMI zeigt zwei unterschiedliche Marktcharaktere: Deutschland mit seiner exportorientierten Wirtschaft und hoher Volatilität auf der einen Seite, die Schweiz mit ihrer stabileren, aber gemäßigteren Entwicklung auf der anderen. Beide Märkte bleiben 2026 von externen Faktoren abhängig – von der US-Wirtschaft über Zollpolitik bis hin zu Energiepreisen.
Quellen
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