
SpaceX-Börsengang: Billionen-Bewertung birgt Risiken für Anleger
Von Redaktion aktie.com
SpaceX könnte schon in den kommenden Wochen an die Börse gehen – und würde damit als erstes Unternehmen bereits zum Zeitpunkt des IPO eine Bewertung von über einer Billion US-Dollar erreichen. Das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk liegt damit auf Kurs, etablierte Konzerne wie Walmart, Exxon Mobil oder Meta beim Marktwert zu überholen. Privatanleger sollten sich jedoch vor überhöhten Erwartungen hüten: Die extrem hohe Bewertung und eingeschränkte Zugangsmöglichkeiten erschweren einen sinnvollen Einstieg.
Bewertung zwischen 1,5 und 1,75 Billionen US-Dollar erwartet
Morningstar schätzt, dass SpaceX im Jahr 2025 rund 16 Milliarden US-Dollar Umsatz erwirtschaftet hat – mit einem EBITDA von 7,5 Milliarden Dollar. Das Wachstum geht nahezu vollständig auf das Starlink-Geschäft zurück, bei dem die Zahl der Satelliten-Internet-Abonnenten stark zugenommen hat. Daraus ergibt sich eine Bewertung im Bereich von 1,5 bis 1,75 Billionen Dollar, was einem Umsatzmultiplikator von 94 und einem Gewinnmultiplikator von bis zu 113 entspricht. Diese Kennzahlen liegen weit über dem, was traditionelle Luft- und Raumfahrtunternehmen erzielen.
Für Privatanleger schwer zugänglich
Anders als bei Aktien von Apple, NVIDIA oder Tesla können Kleinanleger aus dem deutschsprachigen Raum SpaceX-Aktien nicht direkt kaufen. Vor dem IPO ist der Zugang auf akkreditierte Investoren beschränkt, die über Plattformen wie EquityZen Anteile von bestehenden Anteilseignern erwerben können. Eine Alternative ist der Private Shares Fund (PRIVX), der SpaceX zum Jahresende 2025 als grösste Position hielt und auch nicht akkreditierten Anlegern eine indirekte Beteiligung ermöglicht.
Nach dem Börsengang wird sich das theoretisch ändern – doch wer zum Start einsteigt, kauft zu einer Bewertung, die bereits sämtliche Fantasie eingepreist haben dürfte. Die Gefahr besteht darin, dass der Kurs nach einem initialen Hype nachgibt, sobald sich die Realität der operativen Geschäftszahlen gegen die extremen Erwartungen durchsetzt.
Einschätzung für Anleger aus der Schweiz und Deutschland
Der SpaceX-IPO könnte kurzfristig eine Neubewertung des gesamten Raumfahrtsektors auslösen – und damit auch bei bereits börsennotierten Unternehmen dieser Branche für Bewegung sorgen. Wer sich für SpaceX selbst interessiert, sollte jedoch Geduld mitbringen. Die aktuelle Bewertung lässt wenig Spielraum für Fehler oder Wachstumsschwäche. Besser könnte es sein, das Papier nach dem IPO zunächst auf die Beobachtungsliste zu setzen und auf eine günstigere Einstiegsgelegenheit zu warten, wenn sich der erste Euphorie-Schub gelegt hat.
Für den Moment bleibt festzuhalten: SpaceX steht vor einem historischen Börsengang – doch für Anleger mit begrenztem Kapital ist die Bewertung bereits so ambitioniert, dass das Chance-Risiko-Verhältnis eher ungünstig ausfällt.
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