
Tech-Aktien
Von Redaktion aktie.com
Kernaussagen
- UBS prognostiziert für den S&P 500 einen Anstieg auf 7.700 Punkte in 2026, im optimistischen Tech-Boom-Szenario auf 8.400 Punkte
- Technologieaktien sollen laut Wedbush um mehr als 20% steigen, angetrieben durch die nächste KI-Entwicklungsphase
- Der Informationstechnologie-Sektor macht bereits 28% des MSCI AC World Index aus
- Die Token-Nutzung bei Google stieg von Mai bis Oktober 2025 von 480 Billionen auf 1.300 Billionen Token
- Die Gewinnmargen der großen Technologiekonzerne bleiben trotz steigender KI-Investitionen bei etwa 27% stabil
- PwC und McKinsey prognostizieren bis 2030 einen zusätzlichen globalen Wert durch KI von bis zu 15 Billionen US-Dollar
Die Schweizer Großbank UBS hat in ihrem am 20. November 2025 veröffentlichten Investmentausblick für 2026 einen Anstieg des S&P 500 auf 7.700 Punkte prognostiziert, was einem Plus von rund 15% entspricht. Im optimistischen Szenario eines anhaltenden Technologie-Booms sieht die Bank den Leitindex sogar bei 8.400 Punkten. Künstliche Intelligenz und der Technologiesektor bleiben damit die dominierenden Treiber der globalen Aktienmärkte.
Technologiesektor mit strukturellem Übergewicht
Der Informationstechnologie-Sektor macht laut UBS bereits 28% des MSCI AC World Index aus – ein historisch hohes Gewicht, das die zentrale Rolle von Tech-Aktien in den globalen Portfolios unterstreicht. Das Analystenhaus Wedbush geht davon aus, dass Technologieaktien im laufenden Jahr um mehr als 20% steigen werden, getrieben durch die nächste Entwicklungsphase der künstlichen Intelligenz in den Bereichen Software, Halbleiter und Infrastruktur.
Die Wachstumsprognosen für die Weltwirtschaft fallen regional unterschiedlich aus: Die USA sollen um 1,7% wachsen, die Eurozone um 1,1%, während der asiatisch-pazifische Raum rund 5% Wachstum erreichen dürfte. Für Anleger im DACH-Raum bedeutet dies eine verstärkte Ausrichtung auf internationale Tech-Werte, da europäische Technologiekonzerne in der globalen Spitzengruppe unterrepräsentiert bleiben.
Von der KI-Vision zur messbaren Monetarisierung
Ein entscheidender Wandel vollzieht sich aktuell bei der künstlichen Intelligenz: Sie generiert bereits reale Umsätze und bewegt sich aus der reinen Investitionsphase in die kommerzielle Anwendung. Meta setzt KI in der digitalen Werbung ein, Microsoft vermarktet intelligente Cloud-Lösungen, Amazon nutzt KI für personalisierte Produktempfehlungen.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Skalierung bei Google: Die Token-Nutzung – eine Kennzahl für die Verarbeitung von KI-Anfragen – stieg von Mai bis Oktober 2025 von 480 Billionen auf 1.300 Billionen Token. Das entspricht nahezu einer Verdreifachung innerhalb von nur fünf Monaten. Über einen Zeitraum von 18 Monaten wuchs die Token-Nutzung um mehr als das 130-Fache.
Trotz massiver Investitionen in KI-Infrastruktur bleiben die Gewinnmargen der großen Technologiekonzerne stabil bei etwa 27%. Dies widerlegt Befürchtungen, dass der KI-Ausbau die Profitabilität strukturell belasten würde. OpenAI-CEO Sam Altman prognostiziert für sein Unternehmen einen wiederkehrenden Jahresumsatz von 100 Milliarden US-Dollar bis 2027, verglichen mit geschätzten 13 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025.
Volkswirtschaftliche Dimension der KI-Transformation
Die Beratungsgesellschaften PwC und McKinsey erwarten, dass KI-Anwendungen bis 2030 einen zusätzlichen globalen Wert von bis zu 15 Billionen US-Dollar schaffen könnten. Zum Vergleich: Dies entspricht etwa der gesamten aktuellen Wirtschaftsleistung der Europäischen Union. Diese Prognose basiert auf Produktivitätssteigerungen durch Automatisierung, effizientere Entscheidungsprozesse und neue Geschäftsmodelle.
Für Privatanleger im DACH-Raum stellt sich die Frage nach der Bewertung: Viele KI-fokussierte Technologieaktien handeln bereits auf historisch hohen Niveaus. Morningstar warnt, dass Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz ein noch stärkeres Wachstum benötigen, um ihre hohen Bewertungen zu rechtfertigen. Anleger sollten daher zwischen kurzfristiger Euphorie und langfristigen Fundamentaldaten differenzieren.
Einzelne Tech-Werte im Fokus
Das Analystenhaus Wedbush hat spezifische Prognosen für führende Technologieunternehmen veröffentlicht. Tesla soll demnach 2026 Robotaxis in über 30 Städten starten und die Massenproduktion von Cybercabs aufnehmen. Die Analysten sehen Kursziele von 600 US-Dollar im Basisszenario und 800 US-Dollar im optimistischen Fall.
Die EFC AG weist in ihrem Jahresausblick allerdings auf ein strukturelles Risiko hin: Die heutigen Gewinner sind nicht zwangsläufig die Gewinner von morgen. Als Beispiel nennt das Unternehmen Nvidia, dessen zentrale Rolle im KI-Ökosystem im Jahr 2013 kaum absehbar war, während damals Apple als unangefochtener Technologieführer galt. Die wirtschaftliche Transformation durch KI werde real sein, sich aber anders entfalten als viele Anleger derzeit erwarten.
Risiken und Volatilität einkalkulieren
Zu Beginn des Jahres 2026 rechnet Morningstar mit anhaltender Volatilität am US-Markt. Die hohe Konzentration auf wenige große Technologiewerte birgt Klumpenrisiken: Kursrückgänge bei den Schwergewichten wirken sich überproportional auf breit gestreute Indizes aus. Der SMI bildet diese Tech-Dominanz nur begrenzt ab, sodass Schweizer Anleger für ein Tech-Exposure auf den MSCI World, den S&P 500 oder spezialisierte Technologie-ETFs angewiesen sind.
Währungsrisiken spielen für Anleger aus dem DACH-Raum eine zusätzliche Rolle: Die meisten führenden Technologiekonzerne notieren in US-Dollar. Eine Abschwächung des Dollars gegenüber Euro oder Schweizer Franken würde die Rendite in lokaler Währung schmälern, selbst wenn die Aktienkurse in Dollar steigen.
Die EFC AG empfiehlt, trotz der positiven Aussichten für Tech-Aktien eine ausgewogene Anlagestrategie beizubehalten. Diversifikation über Sektoren und Regionen hinweg bleibe essenziell, um konzentrationsbedingten Risiken vorzubeugen. Die Geschichte der Technologiebranche zeige, dass Marktführerschaft volatil sein kann und sich schneller verschieben kann, als viele Anleger erwarten.
Artikel teilen