
Tesla beendet Produktion von Model S und Model X
Von Redaktion aktie.com
Tesla beendet die Produktion seiner Premium-Modelle Model S und Model X noch in diesem Jahr. Das gab Ross Gerber, CEO der Gerber Kawasaki Wealth & Investment Management, am vergangenen Samstag bekannt. Er habe eine entsprechende E-Mail erhalten und bezeichnete die beiden Fahrzeuge auf der Plattform X als die "besten Fahrzeuge aller Zeiten". Die Entscheidung markiert einen strategischen Wendepunkt für den US-Elektroautobauer.
Strategiewechsel hin zu Robotik und autonomem Fahren
Laut Unternehmensangaben ist die Einstellung der beiden Flaggschiff-Modelle Teil einer umfassenden Neuausrichtung. Tesla will sich künftig stärker auf autonome Fahrzeuge und KI-gestützte humanoide Roboter konzentrieren. CEO Elon Musk sprach von einer "ehrenvollen Verabschiedung" der beiden Premiumfahrzeuge. Der sogenannte Optimus-Roboter, ein humanoider Roboter für verschiedene Einsatzbereiche, rückt damit stärker in den Fokus der Unternehmensstrategie.
Das Model S, seit 2012 auf dem Markt, und das Model X, das 2015 startete, waren lange Zeit Teslas technologische Aushängeschilder. Beide Fahrzeuge gehören zum höherpreisigen Segment und galten als Technologieträger für Innovationen, die später in günstigeren Modellen wie dem Model 3 und Model Y zum Einsatz kamen.
Nachfragerückgang bei Premium-Elektrofahrzeugen
Die Einstellung kommt nicht überraschend. Zahlen aus den Geschäftsberichten zeigen, dass die Nachfrage nach diesen hochpreisigen Elektrofahrzeugen seit mehreren Jahren rückläufig ist. Tesla veröffentlicht keine separaten Verkaufszahlen für einzelne Modelle, doch die verfügbaren Daten deuten auf einen anhaltenden Trend hin. Die günstigeren Modelle Model 3 und Model Y machen mittlerweile den Grossteil der Tesla-Verkäufe aus.
Kritik von langjährigem Investor
Ross Gerber, der selbst eine Tesla-Position von rund 50 Millionen US-Dollar verwaltet, äusserte sich kritisch zur Entscheidung. Er bemängelte, dass Tesla eines der besten je hergestellten Autos aus der Produktion nimmt, während der Klimawandel noch immer eine zentrale Herausforderung darstelle. Gerber hatte zuletzt mehrfach öffentlich Kritik an Elon Musks Führungsstil geübt und betont, er kaufe derzeit keine Tesla-Aktien nach, auch nicht bei niedrigeren Kursen.
Einordnung für Anleger
Der Strategiewechsel zeigt, wie Tesla sein Geschäftsmodell neu definiert. Für Anleger bedeutet dies eine Verschiebung des Risikoprofils: Weg vom etablierten, wenn auch kompetitiven Automobilgeschäft hin zu weniger vorhersehbaren Bereichen wie autonomem Fahren und Robotik. Ob dieser Wandel gelingt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Die Tesla-Aktie (NASDAQ: TSLA) reagiert traditionell sensibel auf strategische Ankündigungen dieser Grössenordnung.
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