
US-Arbeitsmarkt erholt sich kräftig nach Winterstürmen
Von Redaktion aktie.com
Der US-Arbeitsmarkt hat sich im März 2026 deutlich von einem schwachen Vormonat erholt. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen ausserhalb der Landwirtschaft stieg um 178.000, wie aus dem am Freitag veröffentlichten Bericht des Bureau of Labor Statistics hervorgeht. Analysten hatten im Vorfeld lediglich mit 65.000 neuen Jobs gerechnet. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 4,3 Prozent.
Die kräftige Erholung kommt nach einem aussergewöhnlich schwachen Februar, als die Beschäftigung um 133.000 Stellen zurückging. Dieser Rückgang war hauptsächlich auf Winterstürme und Arbeitskampfmassnahmen zurückzuführen. Besonders der Wintersturm Fern hatte die Wirtschaftsaktivität in mehreren Bundesstaaten zeitweise beeinträchtigt.
Wetterbedingte Verzerrungen im Arbeitsmarkt
Die Winterbedingungen schlugen sich auch in den wöchentlichen Arbeitslosengelddaten nieder. In der Woche zum 24. Januar erhöhte sich die Zahl der Personen, die nach der ersten Woche weiterhin Unterstützung bezogen, um 25.000 auf 1,844 Millionen. Diese Kennzahl gilt als Indikator für die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen.
Ökonomen wie Abiel Reinhart von JPMorgan wiesen darauf hin, dass wetterbedingter Beschäftigungsrückgang typischerweise zeitverzögert wieder aufgeholt wird. Die regionalen Unterschiede zeigten sich deutlich: Michigan verzeichnete mit einem Plus von 2.803 Arbeitslosengeldanträgen den stärksten Anstieg in der Woche zum 21. März, während Kentucky mit einem Rückgang von 3.498 Anträgen am anderen Ende der Skala lag.
Einordnung für Anleger
Die robusten Arbeitsmarktdaten stützen die Einschätzung, dass die US-Wirtschaft trotz konjunktureller Unsicherheiten weiterhin auf solidem Fundament steht. Für Anleger im deutschsprachigen Raum, die über breit gestreute US-Aktienindizes wie den S&P 500 investiert sind, signalisieren die Zahlen eine grundsätzlich gesunde Konsumnachfrage.
Allerdings könnten die starken Beschäftigungszahlen die US-Notenbank Federal Reserve dazu veranlassen, ihre Geldpolitik restriktiver zu gestalten als von manchen Marktteilnehmern erhofft. Eine niedrige Arbeitslosenquote kann den Lohndruck erhöhen und damit die Inflation antreiben – ein Faktor, den die Fed bei ihren Zinsentscheidungen berücksichtigt.
Historische Untersuchungen der Chicago Federal Reserve zeigen allerdings, dass selbst erhebliche Wintereinbrüche die Wirtschaftsentwicklung in Branchen wie Bau und Einzelhandel nur begrenzt beeinflussen. Die Schwäche im Winter 2013/2014 liess sich demnach nicht allein durch Wetterbedingungen erklären, was die Bedeutung struktureller Faktoren unterstreicht.
Die nächsten Arbeitsmarktberichte werden zeigen müssen, ob sich der positive Trend fortsetzt oder ob die Märzerholung lediglich ein technischer Aufholeffekt nach dem wetterbedingt schwachen Februar war.
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