
US-Unternehmen erhöhen Dividenden so stark wie seit 2019 nicht mehr
Von Redaktion aktie.com
Die US-Unternehmen zeigen sich spendabel: Im ersten Quartal 2026 erhöhten 45 Prozent der Firmen ihre Dividenden – der höchste Wert seit dem ersten Quartal 2019. Diese Zahlen deuten auf ein robustes Gewinnwachstum und gestiegenes Vertrauen der Unternehmensführungen hin, trotz der schwankenden Aktienmärkte zu Jahresbeginn.
Die Daten stammen von Wall Street Horizon, einem auf Kapitalmarktanalysen spezialisierten Datenanbieter. Von allen Dividendenankündigungen im ersten Quartal signalisierten 41 Prozent eine Erhöhung gegenüber dem Vorquartal. Dieser Wert entspricht den Niveaus von Q1 2025 und Q1 2022, liegt aber unter dem Spitzenwert von 45 Prozent bei den tatsächlichen Dividendenerhöhungen.
Dividenden als Stabilisator in unsicheren Zeiten
Die hohe Anzahl an Dividendenerhöhungen ist bemerkenswert, weil die Aktienmärkte im ersten Quartal 2026 unter Druck standen. Der breite US-Markt verlor in den ersten drei Monaten des Jahres rund fünf Prozent an Wert. Trotzdem hielten die Unternehmen an ihrer Dividendenpolitik fest oder erhöhten sogar die Ausschüttungen – ein Zeichen dafür, dass die operative Geschäftsentwicklung stabiler verlief als die Börsenkurse vermuten liessen.
Für Anleger mit langfristigem Horizont kann diese Entwicklung interessant sein. Dividenden bieten eine gewisse Planungssicherheit und können Kursverluste teilweise ausgleichen. Ein Blick auf den Vanguard Total Stock Market ETF (VTI) zeigt das Muster: Der Fonds, der praktisch den gesamten US-Aktienmarkt abbildet, weist aktuell eine Dividendenrendite von 1,16 bis 1,23 Prozent auf. Im vergangenen Jahr schüttete der ETF zwischen 3,77 und 3,99 US-Dollar pro Anteil aus. Die Dividenden werden quartalsweise gezahlt, zuletzt mit Ex-Dividenden-Datum am 27. März 2026.
VTI mit solider Langfristperformance
Der VTI verwaltet ein Vermögen von 2,09 Billionen US-Dollar und ist damit einer der grössten ETFs weltweit. Die zehn grössten Positionen machen 34,6 Prozent des Fondsvermögens aus, was auf eine breite Diversifikation hinweist. Während der Fonds im laufenden Jahr 2026 bislang 3,1 Prozent verlor, liegt die Einjahresperformance bei soliden 24,1 Prozent. Über drei Jahre beträgt die durchschnittliche jährliche Rendite 18,1 Prozent, über fünf Jahre 10,7 Prozent.
Die hohe Quote an Dividendenerhöhungen deutet darauf hin, dass US-Unternehmen ihre Gewinnsituation positiv einschätzen. Für Anleger im deutschsprachigen Raum ist bei US-Dividenden allerdings die Quellensteuer von 15 Prozent zu beachten, die auf Dividendenerträge anfällt. In der Schweiz und Deutschland kann diese teilweise angerechnet werden, in Österreich gelten spezifische Regelungen. Die Dividendenrendite allein sollte nicht das einzige Auswahlkriterium sein – entscheidend ist auch die Nachhaltigkeit der Ausschüttungen und die Ertragskraft der Unternehmen.
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