
Vanguard S&P 500 ETF: Lohnt sich der Einstieg jetzt? Das sagt die Historie
Von Redaktion aktie.com
Der Vanguard S&P 500 ETF (VOO) gehört zu den meistgehaltenen Indexfonds weltweit. Mit einer Kostenquote von lediglich 0,03 Prozent pro Jahr bietet der ETF eine der günstigsten Möglichkeiten, breit gestreut in den US-Aktienmarkt zu investieren. Doch lohnt sich ein Einstieg auch jetzt, nachdem die US-Börsen in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt haben? Eine Analyse historischer Daten gibt darauf eine überraschend eindeutige Antwort.
Keine prinzipiell schlechte Einstiegszeit
Historische Marktdaten zeigen: Es gibt grundsätzlich keinen schlechten Zeitpunkt für langfristig orientierte Anleger, in breit diversifizierte Indexfonds wie VOO zu investieren. Selbst wer auf einem Markthoch einsteigt, erzielt über ausreichend lange Zeiträume in der Regel positive Renditen. Entscheidend ist dabei die Bereitschaft, auch Phasen mit negativer Wertentwicklung durchzustehen.
Der S&P 500 Index, den VOO nachbildet, wird seit 1926 systematisch erfasst. In diesem Zeitraum durchlief der US-Markt zahlreiche Bärenmärkte – definiert als Kursrückgänge von mindestens 20 Prozent vom Höchststand bis zum Tiefpunkt. Dennoch zeigt die langfristige Betrachtung: Anleger, die ihre Positionen hielten, fuhren über mehrjährige Zeiträume fast durchgehend Gewinne ein.
Strategie wichtiger als Timing
Die zentrale Erkenntnis aus der historischen Analyse: Nicht das Timing des Einstiegs entscheidet über den Anlageerfolg, sondern die gewählte Strategie. Wer in Rezessionen oder Bärenmärkten verkauft, realisiert Verluste. Wer durchhält, profitiert von der langfristigen Aufwärtsentwicklung der US-Wirtschaft.
Der Vanguard S&P 500 ETF bildet die 500 grössten börsennotierten Unternehmen der USA ab und reinvestiert Dividenden automatisch. Die Gesamtrendite setzt sich also aus Kursentwicklung und Ausschüttungen zusammen. Historische Daten zu dieser Gesamtrendite liegen bis ins Jahr 1928 zurück und ermöglichen fundierte Rückschlüsse auf langfristige Entwicklungsmuster.
Relevanz für deutschsprachige Anleger
Für Anleger aus der Schweiz, Deutschland und Österreich spielt neben der Marktentwicklung auch das Währungsrisiko eine Rolle. VOO notiert in US-Dollar – Schwankungen des Wechselkurses beeinflussen die Rendite in Franken oder Euro zusätzlich. In Zeiten eines starken Dollars steigt die Rendite für europäische Anleger, bei einem schwachen Dollar sinkt sie entsprechend.
Vanguard gehört neben Fidelity zu den Anbietern mit den niedrigsten Gebühren in der ETF-Branche. Die Kostenquote von 0,03 Prozent bedeutet: Bei einer Anlage von 10.000 Franken fallen jährlich lediglich 3 Franken an Verwaltungskosten an. Über lange Zeiträume macht dieser Kostenvorteil einen spürbaren Unterschied gegenüber teureren Produkten.
Die historische Analyse zeigt letztlich: Wer langfristig investiert und Kursschwankungen aussitzen kann, für den ist der richtige Zeitpunkt zum Einstieg weniger entscheidend als die Disziplin, die gewählte Strategie auch in schwierigen Marktphasen durchzuhalten.
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