
Alaska Air Group ernennt Microsoft-Managerin zur Personalchefin – Margendruck trifft auf Fusionsherausforderung
By Redaktion aktie.com
Alaska Air Group hat Lindsay-Rae McIntyre zur neuen Personalchefin ernannt. Die bisherige Chief Diversity Officer von Microsoft übernimmt die Rolle in einer kritischen Phase, in der die US-Fluggesellschaft die Integration von Hawaiian Airlines vorantreibt und gleichzeitig mit schrumpfenden Gewinnmargen kämpft.
McIntyre bringt über 28 Jahre Erfahrung im Personalwesen mit, unter anderem aus Führungspositionen bei Microsoft und IBM. Bei Alaska Air wird sie für Talentmanagement, Vergütungsstrategien, Mitarbeitererfahrung und Führungskräfteentwicklung verantwortlich sein. Ihre Ernennung erfolgt zeitgleich mit einer umfassenderen Führungsrotation: Constance von Muehlen, die als Senior Vice President of People über 35 Jahre für Alaska Airlines tätig war, wechselt in die Geschäftsführung der Tochtergesellschaft Horizon Air.
Integration unter Margendruck
Die Personalfrage gewinnt bei Alaska Air besondere Bedeutung, weil das Unternehmen derzeit zwei grosse Herausforderungen gleichzeitig bewältigen muss. Einerseits läuft die Fusion mit Hawaiian Airlines, die laut Unternehmensangaben planmässig verläuft. Andererseits sind die Gewinnmargen deutlich gesunken: von drei Prozent im Vorjahr auf aktuell 1,1 Prozent.
Alaska Air Group peilt mittelfristig einen Gewinn je Aktie von zehn US-Dollar an. Dieses Ziel soll durch Synergien, Umsatzinitiativen und Kosteneinsparungen erreicht werden, die zusammen einen Vorsteuergewinn von einer Milliarde US-Dollar generieren sollen. Allerdings belasteten makroökonomische Gegenwinde das Unternehmen im vergangenen Jahr mit 500 bis 600 Millionen Dollar, wovon bisher nur eine teilweise Erholung eingetreten ist.
Bewertung und Ausblick
An der New Yorker Börse handelt die Alaska-Air-Aktie derzeit rund 19 Prozent unter ihrem geschätzten fairen Wert. Analysten erwarten allerdings ein starkes Gewinnwachstum von knapp 80 Prozent pro Jahr, was die aktuelle Schwächephase als vorübergehend erscheinen lässt.
Für McIntyre dürfte die neue Aufgabe anspruchsvoll werden: Sie muss die Unternehmenskultur zweier fusionierter Airlines zusammenführen, während gleichzeitig internationale Business-Class-Angebote ausgebaut werden und das Unternehmen in wichtigen Freizeitmärkten operativen Gegenwind spürt. Ihre Erfahrung im Management globaler, diverser Teams könnte dabei durchaus ein Vorteil sein – gerade in einer Branche, in der Personalfragen über Service und Wettbewerbsfähigkeit entscheiden.
Für europäische Anleger bleibt Alaska Air Group eine Regionalstory im US-Luftfahrtsektor. Die Aktie ist in der Schweiz und Deutschland weniger bekannt als die grossen Carrier, bietet aber Zugang zu einem konsolidierten Markt mit signifikanten Synergiepotenzialen.
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