
Aurora Innovation steigt nach Ankündigung von 500 autonomen LKW mit Hirschbach um 15 Prozent
By Redaktion aktie.com
Aurora Innovation, ein US-amerikanisches Unternehmen für autonome Fahrtechnologie, verzeichnete am Donnerstag einen Kurssprung von 15,52 Prozent auf 5,88 US-Dollar. Auslöser war die Ankündigung einer erweiterten Partnerschaft mit dem Transportunternehmen Hirschbach Motor Lines. Die beiden Unternehmen vereinbarten in einer unverbindlichen Absichtserklärung den Kauf von 500 autonom fahrenden Lastwagen, deren Auslieferung 2027 beginnen soll.
Hunderte Millionen Dollar Umsatzpotenzial
Die Vereinbarung könnte Aurora einen Umsatz im dreistelligen Millionen-Dollar-Bereich bescheren. Damit erhält der Markt erstmals konkrete Einblicke, wie autonomer Gütertransport in kommerziellem Massstab realisiert werden könnte. Aurora hat mit Hirschbach bereits über 800.000 Meilen zurückgelegt und mehr als 2.000 Ladungen transportiert – eine operative Grundlage, die das Projekt von reiner Zukunftsvision unterscheidet.
Das Unternehmen entwickelt den sogenannten Aurora Driver, ein Computersystem, das in verschiedene Fahrzeuge integriert werden kann. Gegründet wurde Aurora 2017 von prominenten Köpfen der Branche: Chris Urmson leitete zuvor das selbstfahrende Auto-Projekt bei Google (heute Waymo), Sterling Anderson war Leiter des Autopilot-Programms bei Tesla, und Drew Bagnell verantwortete die Autonomie-Entwicklung bei Uber.
Technologiepartnerschaft mit NVIDIA
Aurora setzt auf eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Chiphersteller NVIDIA und dem Zulieferer Continental. Dabei wird NVIDIAs DRIVE Thor-Plattform in das Autonomiesystem von Aurora integriert – eine Kombination aus Rechenleistung und Fahrtsoftware, die für den anspruchsvollen Güterverkehr ausgelegt ist.
Zusätzlichen Rückenwind erhielt die Branche durch eine regulatorische Änderung in Kalifornien. Der US-Bundesstaat hob sein bisheriges Verbot für autonome Lastwagen auf und erlaubt nun Tests und Einsätze unter strengen Sicherheitsauflagen. Das verbessert die Rahmenbedingungen für Unternehmen wie Aurora erheblich.
Einordnung für Anleger
Der Kursanstieg zeigt die Erwartungshaltung des Marktes – doch die Bewertung hängt davon ab, wie schnell Aurora von angekündigten Projekten zu tatsächlichen Umsätzen kommt. Die Aktie bleibt hochspekulativ: Aurora muss beweisen, dass sich autonomer Gütertransport wirtschaftlich rechnet und skalieren lässt. Die nun vereinbarte Flottengrösse von 500 Fahrzeugen wäre ein deutlicher Schritt in Richtung Serienreife – aber erst ab 2027, und zunächst unverbindlich.
Für europäische Anleger ist zudem zu beachten, dass die regulatorische Landschaft in der EU anders aussieht. Die in den USA erzielten Fortschritte lassen sich nicht ohne Weiteres auf den DACH-Raum übertragen.
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