
Steueroptimierung durch Asset Location: So senken Anleger die Steuerlast
By Redaktion aktie.com
Vanguard hat in einer aktuellen Analyse untersucht, wie Anleger durch geschickte Verteilung ihrer Anlagen auf verschiedene Kontentypen die Steuerlast reduzieren können. Die sogenannte Asset Location – die strategische Platzierung von Investments zwischen steuerpflichtigen und steuerbegünstigten Konten – kann laut der Fondsgesellschaft die jährliche Rendite nach Steuern um 0,05 bis 0,30 Prozentpunkte steigern.
Was ist Tax Friction?
Tax Friction beschreibt die Differenz zwischen der Rendite vor und nach Steuern – also jenen Anteil der Rendite, der durch Steuern auf realisierte Kapitalgewinne, Dividenden oder Zinserträge verloren geht. Diese Steuerreibung lässt sich nicht vermeiden, aber durch strategische Kontenplanung minimieren.
Die Grundidee: Verschiedene Anlageformen werden unterschiedlich besteuert. Wer seine Investments gezielt auf steuerlich begünstigte Konten (wie 401(k) oder IRA in den USA, Säule 3a in der Schweiz oder Pensionskassen) und reguläre Depots verteilt, kann die Gesamtsteuerlast senken.
Konkrete Auswirkungen über Jahrzehnte
Vanguard beziffert den langfristigen Effekt anhand eines Beispiels: Über einen Zeitraum von 30 Jahren könne eine optimierte Asset Location rund 74'000 Dollar an Steuern einsparen. Die Berechnungen basieren auf US-Steuersätzen und müssen für den DACH-Raum entsprechend angepasst werden – das Prinzip bleibt jedoch dasselbe.
Eine parallele Studie von Charles Schwab kommt zu ähnlichen Ergebnissen: Konservative Anleger in mittleren bis hohen Steuerklassen könnten ihre jährliche Nachsteuerrendite um 0,14 bis 0,41 Prozentpunkte verbessern. Das klingt bescheiden, summiert sich aber über Jahrzehnte erheblich.
Welche Anlagen gehören wohin?
Die Vanguard-Analyse empfiehlt folgende Grundregel:
- Anleihen und Zinspapiere sollten bevorzugt in steuerbegünstigten Konten gehalten werden. Zinserträge werden in den meisten Ländern wie normales Einkommen besteuert – entsprechend hoch fällt die Steuerlast aus.
- Aktien und Indexfonds eignen sich besser für reguläre Depots. Dividenden und Kursgewinne profitieren oft von niedrigeren Steuersätzen, zudem lassen sich Verluste mit Gewinnen verrechnen.
Übertragbarkeit auf den DACH-Raum
Für Schweizer Anleger gilt: Kapitalgewinne auf Wertschriften sind steuerfrei, Dividenden und Zinsen werden als Einkommen versteuert. Die Säule 3a bietet Steuerabzüge – hier sind Anlagen mit regelmässigen Erträgen besonders sinnvoll platziert.
In Deutschland und Österreich greifen Abgeltungssteuern auf Kapitaleinkünfte. Hier funktioniert Asset Location nur eingeschränkt über Altersvorsorgekonten wie Riester- oder Rürup-Renten.
Vanguard erweitert die Analyse in einer Folgestudie auf Unterklassen von Aktien: Auch die geografische Region, Dividendenrendite und Anlagestil sollten bei der Kontenverteilung berücksichtigt werden. Die Kernbotschaft bleibt: Wer langfristig anlegt, sollte nicht nur auf die Assetallokation achten, sondern auch darauf, in welchem Konto die Investments liegen.
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