
Warum Warren Buffett und Ken Griffin ihre Apple-Positionen reduzieren
By Redaktion aktie.com
Drei der bekanntesten Investoren der Wall Street haben ihre Positionen in Apple reduziert – doch die Bewertung des iPhone-Herstellers bleibt unter Institutionellen umstritten. Warren Buffetts Berkshire Hathaway, Ken Griffins Citadel und Ray Dalios Bridgewater Associates haben ihre Apple-Anteile zwischen 4,3 und 16 Prozent verringert. Gleichzeitig stockte BlackRock, der weltgrösste Vermögensverwalter, seine Position um 8,3 Millionen Aktien auf und hält mittlerweile über 1,15 Milliarden Apple-Titel.
Positionsabbau trotz hoher Bewertung
Berkshire Hathaway hält nach der Reduktion noch 227 Millionen Apple-Aktien, Citadel 31,7 Millionen. Griffins Hedgefonds bewertet seine Apple-Position weiterhin mit rund 1,5 Milliarden Dollar und führt die Aktie auf Rang fünf seiner wichtigsten Beteiligungen. Die Verkäufe könnten auf Portfolioanpassungen oder Gewinnmitnahmen hindeuten – Apple legte über die vergangenen fünf Jahre um 857 Prozent zu.
Die divergierenden Bewegungen zeigen: Selbst unter professionellen Investoren gibt es keine Einigkeit über Apples Aussichten. Während die Tech-Giganten Microsoft und Nvidia als klare Profiteure des KI-Booms gelten, wurde Apple lange als Nachzügler in diesem Segment wahrgenommen. Zuletzt mehrten sich jedoch positive Stimmen an der Wall Street, die dem Konzern zutrauen, seine Position im KI-Wettbewerb zu verbessern.
Microsoft mit höherer Analystenbewertung
Ein direkter Vergleich mit Microsoft zeigt unterschiedliche Markteinschätzungen. Analysten vergeben für Microsoft mehrheitlich Ratings wie "Buy", "Overweight" oder "Outperform", während Apple häufiger mit "Hold" oder "Neutral" bewertet wird. Microsoft wird von vielen als stärker positioniert im Bereich künstlicher Intelligenz angesehen – ein zentrales Thema für Tech-Investoren.
Bei der Volatilität liegt Apple mit 5,29 Prozent leicht unter Microsoft (5,59 Prozent), was auf etwas geringere Kursschwankungen hindeutet. Microsoft-Aktien legten Anfang 2024 um 7 Prozent zu, während Apple trotz der starken langfristigen Performance aktuell vorsichtiger beurteilt wird.
Einschätzung für Anleger
Die reduzierten Positionen bei Buffett, Griffin und Dalio sind kein pauschales Verkaufssignal. Institutionelle Investoren passen ihre Portfolios regelmässig an – auch aus steuerlichen oder strategischen Gründen. BlackRocks Aufstockung zeigt, dass andere Grossinvestoren weiter auf Apple setzen.
Für Privatanleger gilt: Apple bleibt ein bedeutendes Tech-Schwergewicht mit solidem Geschäftsmodell, steht aber vor der Herausforderung, im KI-Wettbewerb aufzuholen. Microsoft erscheint derzeit als konsensbasierter Favorit unter Analysten. Wer beide Aktien im Depot hält oder über den SPDR S&P 500 ETF breit investiert ist – ein Produkt, das sowohl Buffett als auch Griffin nutzen – partizipiert ohnehin an beiden Unternehmen.
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